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Lokalsport
Sararers Treffer reicht der Fortuna nicht

Mettmann. Die Leistungsschwankungen des Torschützen sind ähnlich groß wie die der gesamten Mannschaft. Eine Stunde lang spielen die Düsseldorfer ordentlich, doch drei Gegentore binnen zehn Minuten zeigen Wirkung. Von Thomas Schulze

Sercan Sararer ist einer jener Fußballer, der Fans und Trainer zur Verzweiflung bringen oder mit der Zunge schnalzen lassen kann. Er ist zu hervorragenden Leistungen fähig, aber er kann auch einen derart rabenschwarzen Tag erwischen, dass kaum einer glaubt, dass es sich bei ihm um einen Profi handelt. Er kann zur spielentscheidenden Figur werden, wie gegen Bielefeld (1:0) - auch wenn der Treffer als Eigentor gewertet wurde, weil er von Torhüter Wolfgang Hesls Hacke ins Netz ging - und in Freiburg (2:1). Gestern Abend erzielte Sararer sein drittes Saisontor, doch gegen den VfL Bochum reichte es nicht zum Sieg. Fortuna verlor die Partie mit 1:3 (1:0).

Die Gastgeber waren durch einen sehenswerten Direktschuss von Sararer in Führung gegangen. Ihlas Bebou hatte sich auf der rechten Seite sehr gut bis zur Grundlinie durchgesetzt, und seine Hereingabe nahm der 26 Jahre alte türkische Nationalspieler wunderbar direkt und schoss unhaltbar ein. Der Treffer beruhigte das Spiel der Gastgeber, die fortan deutlich selbstbewusster auftraten.

Sararer vermochte es jedoch nicht, weitere Akzente zu setzen. Doch er steht in gewisser Weise stellvertretend für die gesamte Mannschaft, die in der ersten Halbzeit auf einem guten Weg schien und dann nach dem Wechsel innerhalb von zehn Minuten drei Gegentreffer kassierte und total aus der Bahn geworfen wurde.

Es waren drei lange Bälle aus dem Halbfeld, die die Bochumer nutzten. Zunächst staubte Simon Terodde nach dem Schuss von Thomas Eisfeld zum Ausgleich ab. Dann verwandelte Eisfeld einen Freistoß auf wunderbare Weise genau oben ins Dreieck, und schließlich brachte Eisfeld einen weiteren Freistoß genau auf den Kopf von Janik Haberer. Drei Gegentore in nur zehn Minuten bedeuteten die Entscheidung zugunsten der Gäste.

Lediglich Ihlas Bebou hatte zwischenzeitlich noch das mögliche 2:2 auf dem Fuß. "Hätte Ihlas getroffen, wäre es vielleicht anders ausgegangen", meinte Manager Rachid Azzouzi. "Doch nach dem dritten Gegentor in zehn Minuten sind wir nicht mehr zurückgekommen. Bochum war sehr effektiv."

Auch Axel Bellinghausen rätselte, was in dieser Phase los war. "Da ist es über uns hereingebrochen", sagte er. "Wir sind noch nicht so gefestigt. Wir sind noch nicht so weit, dass wir uns nach einem Gegentor schütteln und wir unbeeindruckt weiterspielen."

So bitter die Niederlage auch ist, es war bei weitem keine der schwächeren Leistungen der Fortuna, die eine Stunde lang eine insgesamt recht ordentliche Leistung geboten hatte. "Jetzt kommt es darauf an, den Kopf oben zu halten", fordert Azzouzi vor dem wichtigen Heimspiel am Freitag (18.30 Uhr) gegen den Karlsruher SC.

Für Sercan Sararer war die Partie nach 80 Minuten zu Ende, als Mathis Bolly für ihn ins Spiel kam. Der offensive Mittelfeldspieler war zu diesem Zeitpunkt abgetaucht - wie die gesamte Mannschaft.

Quelle: RP
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