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Handball
Schiedsrichter stehen im Mittelpunkt

Mettmann. Die Niederlage im Verbandsliga-Derby gegen den TV Ratingen bedeutet für die Handballer von ME-Sport einen herben Rückschlag im Kampf um den Aufstieg. Umstrittene Entscheidungen der Unparteiischen erregen die Gemüter. Von Erdinc Özcan-Schulz

Mettmann-Sport - TV Ratingen 31:36 (18:19). "Über diese Niederlage ärgere ich mich nicht. Das Spiel hätten wir heute nie gewinnen können", sagte Tim Wittenberg nach dem Verbandsliga-Derby fast schon resignierend. Der Meinung waren viele seiner Teamkameraden und Anhänger. Sorgte im Herrenhaus doch weniger die Niederlage gegen den Lokalrivalen an sich für Ärger. Vielmehr waren es die teilweise nicht nachvollziehbaren und im Ratinger Lager mit Schmunzeln zur Kenntnis genommenen Entscheidungen des Schiedsrichterduos Boos/Jakowatz, die bei den Mettmannern für Gesprächsstoff sorgten.

Tatsächlich avancierten die beiden Unparteiischen in einer auf Augenhöhe geführten und bis zum 18:19-Pausenstand offenen Partie unfreiwillig - und vor allem unnötig - zu den auffälligsten Akteuren auf dem Feld. "Das, was hier ablief, ist entgegen aller sportlichen Fairness", monierte der sich sonst immer zurückhaltend äußernde Jürgen Tiedermann. Der Mettmanner Coach konnte es gar nicht verstehen, dass er beim Hinweis auf einen aufgeklappten Bodendeckel vom Schiedsrichter zunächst die Erlaubnis bekam, das Feld betreten - im Anschluss aber eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt. Eine Maßnahme, die das Mettmanner Team, das aufgrund umstrittenen Entscheidungen bereits in doppelter Unterzahl agierte, jetzt auf drei Feldspieler dezimierte. Das ging ans Nervenkostüm, und weil zudem die Kraft schwand, ließen die verbliebenen Mettmanner den TVR, der mit 26:24 (39.) führte, vorentscheidend auf 31:24 davonziehen.

Die Ratinger nutzten die Gunst der Stunde, hielten sich clever zurück, konzentrierten sich auf ihr Spiel und ließen die Gastgeber sich an den beiden Spielleitern aufreiben. Dabei hätte in der ersten Halbzeit Gäste-Akteur Jörg Schomburg durchaus mit der roten Karte vom Feld gehen können. Nach einem Schlag ins Gesicht von Andre Loschinski ging der Mettmanner zu den sich beratenden Schiris und plädierte dafür, nur eine Zeitstrafe auszusprechen. "Was in der zweiten Hälfte passiert ist, begreife ich noch nicht", gab sich Loschinski nach dem Abpfiff verwundert. "Die Verhältnismäßigkeit der Entscheidungen ist für mich nicht nachzuvollziehen", ärgerte sich Tiedermann.

Allerdings sah man den Mettmannern bereits in der ersten Halbzeit an, dass vieles nicht passte und die Ratinger sich gut auf sie eingestellt hatten. Schon im ersten Abschnitt konnte die Abwehr von ME-Sport die Angriffe der Gäste nicht entscheidend unterbinden. "Auch wenn sie nicht gut gespielt hat: Die Mannschaft hat klasse gekämpft", sprach ein Fan den Hausherren wenigstens Moral zu.

Die Niederlage war mit Blick auf Platz vier, der die Qualifikation zur Oberliga bringt, ein herber Rückschlag. Daher tut jetzt die kurze Karnevalspause den ME-Sport-Handballern gut, noch einmal die Kräfte zu bündeln. In zwei Wochen darf dann auch Neuzugang Bastian Munkel ins Geschehen eingreifen. Dessen Unterstützung können die Mettmanner auch gebrauchen. Denn viele Rückschläge dürfen sie sich mit Blick auf die eigenen Aufstiegsziele nicht mehr leisten.

Quelle: RP
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