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Lokalsport
Sporthelfer müssen eine Menge lernen

Lokalsport: Sporthelfer müssen eine Menge lernen
Nach entsprechender Ausbildung leiten Jugendliche ab 13 Jahren in der Schule den Pausensport oder AGs. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. 50.000 Schüler in NRW assistieren freiwillig an Schulen und in Vereinen ihren Lehrern und Trainern. 120 von ihnen trafen sich in Hilden zum Erfahrungsaustausch. Von Ilka Platzek

Sportlich geht es an diesem Mittwoch zu auf dem Gelände des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Hilden: Eine Gruppe fachsimpelt auf dem Schulhof mit einem Referenten über die theoretischen Anforderungen an Sporthelfer, andere probieren in den Sporthallen der Schule neue Spiele aus und im Schulgebäude hat sich die Gruppe der Lehrer, die Sporthelfer ausbilden, zum Erfahrungsaustausch zurückgezogen. Einmal im Jahr veranstaltet der Kreissportbund Mettmann ein Sporthelferforum mit umfangreichem Programm für Sporthelfer, deren Ausbilder und Referenten. 150 Teilnehmer aus Hilden, Mettmann, Heiligenhaus, Duisburg und Mülheim tauschen Erfahrungen aus und lernen voneinander.

"Sporthelfer sind Jugendliche ab 13, die im Rahmen von AGs oder Projektwochen an ihrer Schule zu Übungsleitern ausgebildet worden sind. Sie unterstützen ihre Lehrer bei sportlichen Angeboten oder übernehmen zum Beispiel die Leitung des Pausensports oder von AG's", erklärt Simon Tsotsalas vom Kreissportbund. Auch in Sportvereinen helfen sie aus und trainieren etwa jüngere Kinder. "Ein Lehrer oder Trainer ist allerdings immer dabei und führt die Oberaufsicht", betont er. Er hat das Sporthelferforum in Hilden zusammen mit einem Sportlehrer und Sporthelferausbilder vom "Bonni" organisiert. Das Forum bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, andere Sporthelfer kennenzulernen, sich auszutauschen und sich in Workshops wie First Aid, Floorball, Crossfit oder Streetbasketball fortzubilden. Am Sporthelferforum nehmen 120 Schüler aus den kreisangehörigen Städten Hilden, Mettmann und Heiligenhaus sowie aus Duisburg und Mülheim teil.

Um Sporthelfer zu werden, müssen die Jugendlichen allerdings mindesten 40 Stunden ihrer kostbaren Freizeit opfern. Am Bonni gibt es trotzdem "mehr Bewerber als freie Plätze, denn wir haben schon 30 Sporthelfer", sagt Sportlehrer Ralph Kohn. Schlechte Schüler nimmt er nicht, denn "die sollen ihre Nase lieber in Fachbücher stecken", findet er. Sporthelfer in Hilden werden von ihm "an zwei langen oder drei kurzen Wochenenden" auf ihre Aufgabe vorbereitet. Sie lernen "erste Hilfe, mal vor einer Gruppe zu stehen, eine Stunde aufzubauen, Turniere zu organisieren und Konflikte zu bewältigen", zählt er auf. Die Prüfung besteht darin, im Sportunterricht der 5. oder 6. Klassen am Bonni im Team eine Übung zu leiten. - "Nicht alle Lehrer finden es gut, wenn Schüler den Pausensport organisieren", räumt Kohn ein. Warum, kann er nur mutmaßen: "Vielleicht finden sie, das sei ihre Domäne."

Lena Grabowsky kommt etwas atemlos aus der Sporthalle. "Crossfit finde ich gut. Das könnte ich schön zum Warmmachen vor dem Basketballspiel nutzen", schwärmt sie. Crossfit bietet Übungen für Sporthallen, die dem Zirkeltraining ähneln und außer Bänken und Bällen kaum Material erfordern. Die 17-Jährige ist schon seit vier Jahren Sporthelferin. Sie spielt Basketball im Verein und betreut dort bereits die "U 12 vom TuS Hilden. Mein Ziel ist es, später mal den Trainerschein zu machen" sagt sie. Sport ist ihr Hobby, betont sie. Ein Hobby, für das viel Zeit draufgeht: "Montags betreue ich eine Stunde lang den Pausensport in der Schule und im Verein trainiere ich jede Woche drei Stunden die U 12." Lena ist sportbegeistert. Neben dem Basketball schwimmt sie auch noch. Joelle Görß (15) treibt ebenfalls viel Sport: Reiten und Radfahren. Sie ist Sporthelferin, "weil ich es schön finde, anderen Kindern Bewegung zu verschaffen." Im Forum hat sie sich mit neuen Spielideen eingedeckt.

Quelle: RP
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