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Tennis
Sportskanone strebt Tennis-Karriere an

Mettmann. Peter Weisheit ist gerade mal zwölf Jahre alt und bereits auf dem besten Weg in eine große Tenniskarriere. Dabei hätte der junge Haaner durchaus auch das Zeug zum Fußballprofi gehabt. Er möchte jedoch lieber alleine statt im Team kämpfen. Von Daniele Funke

Haan Peter Weisheit ist sportlich, sehr sportlich, ein Ausnahmetalent. Normalerweise zeigen Kinder seines Alters überdurchschnittliches Können auf einem Gebiet: Fußball, Schwimmen, Leichtathletik. Bei dem 12-Jährigen ist das etwas anders. Im Tennis startet er gerade voll durch, bereits jetzt zieren unzählige Pokale sein Zimmer. Genauso gute Karten hätte der zarte Junge aber auch beim Fußball gehabt. "Ich hatte von Fortuna Düsseldorf und von Bayer Leverkusen das Angebot, dort zu trainieren", erzählt Peter mit leiser Stimme. Man merkt: die Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wird, gefällt ihm nicht richtig.

Die Entscheidung, sich dann aber voll und ganz auf einen Sport zu konzentrieren, ist dem Sechstklässler nicht leichtgefallen. Die Eltern mussten nachhelfen. "Es ging einfach zeitlich nicht, beides weiterzumachen", erklärt Vater Peter Weisheit senior, der vielen überregional als Musiker bekannt sein dürfte. "Der Junge hat ja auch noch häufig lange Schule, das kriegt man dann nicht alles unter ein Dach."

Die Wahl fiel, nach langem Grübeln, auf Tennis. "Er mag halt so gerne Pokale", sagt Weisheit senior grinsend und versucht, seinen Filius ein wenig zu necken. Der 12Jährige bleibt gelassen, erklärt sich seine Entscheidung anders. "Ich gebe nie auf, ich kämpfe bis zum Schluss, selbst wenn ich 0:6 zurückliege, kämpfe ich noch und versuche, zu gewinnen. Beim Tennis bin ich ja nur auf mich angewiesen, beim Fußball eben nicht." Philipp Kohlschreiber ist genau deshalb sein großes Vorbild.

Seine ersten Versuche auf dem Tenniscourt hat der kleine Peter im zarten Alter von fünf Jahren unternommen. "Mein Papa hat ja auch Tennis gespielt und dann habe ich erstmal ein Jahr lang immer gegen ihn gespielt", erzählt das junge Sporttalent. Vater Peter schildert es ein wenig euphorischer. "Er hat mich schon in dem Alter fast vom Platz weggefegt. Der Junge hat ein wahnsinniges Ballgefühl, von Anfang an hat er nicht einfach draufgekloppt, sondern die Bälle mit Bedacht gesetzt."

Der Schüler des Bergischen Internats in Erkrath trainiert derzeit zweimal die Woche. Eigentlich recht wenig dafür, dass er im vergangenen Jahr einige Turniere wie die Solinger Stadtmeisterschaften der U 12 und das Hans-Weber-Turnier in Wülfrath gewann und von 28 Leistungsklasse-Spielen 22 siegreich absolvierte. Wo sieht er selbst seine Stärken? "Ich bin richtig gut mit der Vorhand und beim Aufschlag", antwortet Peter.

Trainiert hat die junge Sportkanone erst beim Haaner TC. Jetzt beim TC Stadtwald hat ihn Trainer Ingo Maier, der schon Junioren bei den großen Grand-Slam-Turnieren gecoacht hat, unter seine Fittiche genommen. "Die Stärke von Peter liegt in seiner Koordination, die ist hervorragend. Dazu kommt die große Ballbegabung. Die sportlichen Voraussetzungen für eine Tenniskarriere bringt er definitiv mit", erläutert der Coach. In Zukunft wird er mit seinem Schützling vorrangig an der psychologischen Weitsicht im Tennis arbeiten. "Tennis ist ein Strategiespiel. Man muss vorausschauend denken und handeln."

Peter junior hat viele Talente in die Wiege gelegt bekommen, wohl aber eher die sportlichen. Papas musikalische Begabung hat sich beim Sohnemann nicht durchsetzen können. "Ich hab's mal mit Klavier probiert, das war schrecklich, ich hab direkt wieder aufgehört", erzählt der 12-Jährige mit dem Anflug eines Lächelns. Sei es drum - Papa Peter ist auch so stolz auf seinen Stammhalter. Ein Gefühl, das sein Junior ihm gerne zurückgibt. "Wenn ich Papa bei seinen Auftritten erlebe, dann bin ich glücklich und auch so richtig stolz auf ihn."

Quelle: RP
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