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Handball
TB Wülfrath zeigt seine kämpferische Seite

Wülfrath. Nach dem Gewinn der Niederrhein-Meisterschaft wollen die Oberliga-Handballerinnen nun auch den Sprung in die Dritte Liga schaffen. Von Birgit Sicker

Im Spitzenspiel gegen Fortuna Düsseldorf präsentierten sich die Handballerinnen des TB Wülfrath auf den Punkt topfit - körperlich, aber auch mental. Und deshalb feierte der Oberliga-Spitzenreiter einen klaren 30:19-Sieg über den Erzrivalen und damit die Niederrhein-Meisterschaft. Für einen Moment wirkte da auch der eloquente Lars Faßbender etwas sprachlos. "Dass wir in dieser Deutlichkeit siegen, habe ich so nicht erwartet", erklärte der TBW-Trainer. Das Erfolgsrezept? "Wir haben sehr viel Zeit investiert, waren bis in die Haarspitzen motiviert. In der ersten Halbzeit hatten die Düsseldorferinnen auf unsere verschiedenen Deckungssysteme keine Antwort, dazu wurden wir vom Publikum getragen - es hat alles sehr gut funktioniert", analysierte Faßbender wenige Minuten nach dem Abpfiff.

Rund 500 Zuschauer fanden den Weg in die Fliethe-Halle. Dabei waren die Fortuna-Fans in der Minderheit, denn im Vorfeld rührten die Wülfrather Verantwortlichen intensiv die Werbetrommel für das wichtige Heimspiel. Prominenz aus Politik und Wirtschaft war ebenso vor Ort wie viele Handball-Begeisterte, die es vielleicht auch angesichts des schmalen Sportprogramms an diesem Wochenende in die Fliethe zog. Ihr Kommen bereuten sie alle nicht. "Ich fand es eine tolle Stimmung in der Halle", war Claudia Panke hin und weg. Und die Wülfrather Bürgermeisterin ergänzte: "Es ist toll was der Verein insgesamt leistet - Chapeau!"

Die Aufstiegsrelegation zur Dritten Liga will sich Panke jetzt natürlich auch nicht entgehen lassen. Den Termin für das Heimspiel am Samstag, 13. Mai, hat sie sich schon fest notiert. Anpfiff ist um 18 Uhr, Gegner der Mittelrhein-Meister TSV Bonn, der eine Woche zuvor am 6. Mai (19.30 Uhr) Heimrecht genießt. Für Susanne Kinder ist das eine gute Konstellation. "Es zeigt sich immer wieder, wie wichtig es ist, im zweiten Spiel den Heimvorteil zu haben", erklärt die Förderin des TBW. Nicht nur deshalb ist Kinder optimistisch, dass es mit dem ganz großen Wurf klappen kann. Ihr imponiert der Siegeswille der Mannschaft, die sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen lässt. Weitere Trumpfkarte ist der Teamgeist, der vielleicht auch ein Verdienst von Lars Faßbender ist - schließlich ist der Trainer von Beruf Lehrer.

Sportlich müssen die Handballerinnen in den beiden Relegationsspielen noch unterstreichen, dass sie die Qualität für die Dritte Liga haben. Finanziell ist der Aufstieg auf jeden Fall machbar, wie Susanne Kinder noch einmal versicherte. Und weil die TBW-Frauen schon einmal in der Dritten Liga spielten, ist auch die Frage nach einer adäquaten Heimstätte längst geklärt - die Fliethe-Halle genügt immer noch den Ansprüchen des Verbandes.

Nach dem Gewinn der Niederrhein-Meisterschaft wollen die Wülfratherinnen nun den Aufstieg in die Dritte Liga realisieren. Daran lässt selbst Kirsten Buiting, die Ziele sonst eher zurückhaltend formuliert, keinen Zweifel. "Ursprünglich wollten wir nur die Qualifikation für die Nordrheinliga schaffen, jetzt aber wollen wir auch den nächsten Schritt machen", sagt die Mannschaftsführerin. "Wir haben richtig dran gezogen", betonte sie nach dem Sieg über die Fortuna mit glänzenden Augen und gestand: "Die Tribüne war auf beiden Seiten voll - das habe ich noch nicht erlebt."

Zuversicht versprüht auch Samantha Sklorz. Die Torfrau lieferte am Samstag eine ganz starke Leistung, sagte danach: "Es wäre cool, wenn wir das mit der Relegation packen." Gleichwohl warnte sie: "Es wäre eine tolle Sache für den Verein, aber wir müssen dafür wieder viel arbeiten." Die Begeisterung stand auch Lena Heider ins Gesicht geschrieben. "Das war eine Hammerstimmung in der Mannschaft. Jeder hat jeden mitgenommen - es war einfach genial", betonte die 19-Jährige und wagte schon mal einen Blick weiter nach vorne: "In der Dritten Liga gibt es auch mehr Körperkontakt." Eine Sache, die Heider liegen würde. Doch erst einmal müssen die Wülfratherinnen den TSV Bonn aus dem Rennen werfen. "Wer in der Mittelrhein-Liga Erster ist, hat eine hohe Qualität", warnt Sklorz. Doch die Torfrau schiebt gleich hinterher: "Ich bin da ganz entspannt."

Quelle: RP
 
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