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Lokalsport
Tischtennis-Bundesliga hat für die Borussia Vorrang

Mettmann. Heute könnten die Düsseldorfer das Viertelfinale der Champions League perfekt machen. Dennoch ist Mühlhausen wichtiger. Von Tino Hermanns

Die Prioritäten haben sich verschoben. Bisher galt Borussias größte Aufmerksamkeit der Tischtennis Champions League. Inzwischen aber hat die Bundesliga (TTBL) einen höheren Stellenwert erobert. Bisher waren die Düsseldorfer in der Meisterschaft meist Tabellenführer und sicher in den Play-offs. Mit dieser Sicherheit konnte man sich auf den Kampf um die europäische Krone konzentrieren.

In der Spielzeit 2015/16 aber rangieren die Borussen in der TTBL-Tabelle lediglich auf Platz fünf und damit außerhalb der Play-off-Ränge, während in der Champions-League-Gruppe D als Tabellenzweiter der Einzug ins Viertelfinale greifbar ist. "Die Situation ist etwas angespannter als sonst", gibt Manager Andreas Preuß zu. "Aber unsere Erwartungen sind nach wie vor hoch. Auch im Champions-League-Klassiker gegen Chartres."

Der steht heute (19 Uhr, Ernst-Poensgen-Allee 58) an. Allerdings haben die Siegeshoffnungen am Donnerstag einenn Dämpfer erhalten. Patrick Franziska (Weltrangliste/WR 44) zog sich den zweiten Muskelfaserriss der Saison zu. Diesmal am Trizeps des Schlagarms. "Bei einer harten Vorhand im Training ist der Schmerz reingefahren", erläutert Franziska. "Es ist doch nicht normal, dass mir innerhalb von drei Wochen zweimal eine Faser reißt. Ich habe jetzt auch ein Blutbild machen lassen. Vielleicht kann man daran etwas erkennen." Weil auch der knieoperierte Timo Boll (WR 7) noch nicht wieder einsatzfähig ist, muss neben Panagiotis Gionis (26) und Sharath Kamal Achanta (71) erneut Trainer Danny Heister als Spieler an den Tisch treten. "Ein Erfolg ist unrealistisch. Aber vielleicht geht ja doch etwas", hofft Preuß.

Schwierig, denn alles rechnet damit, dass Chartres mit seinem Top-Team Gao Ning (WR 19), Robert Gardos (23), Joao Monteiro (40) und Pär Gerell (32) an den Start geht. Doch selbst ohne eigenen Sieg könnten die Borussen den Viertelfinal-Einzug perfekt machen. Sollte Bogoria (Polen) gegen Ostrov gewinnen, wären die Düsseldorfer durch. "Und wenn nicht, haben wir in zwei Wochen immer noch unser Spiel gegen Ostrov und können spätestens da den Einzug ins Viertelfinale klarmachen", ergänzt Preuß.

Deutlich kritischer ist Preuß' Beurteilung der TTBL-Situation. Zwar will der Manager vor der Partie beim Tabellenletzten Post-SV Mühlhausen (Sonntag, 15 Uhr) noch nichts von einer Krise wissen, gibt aber zu, dass "wir im Moment nicht konstant spielen. Ich spreche vor allem deshalb nicht von einer Krise, weil die Mannschaft vollkommen intakt ist. Jeder weiß, was am Sonntag zu tun ist." Nur ein Sieg zählt. "Für uns ist jetzt jede Bundesliga-Begegnung ein Endspiel. Wir dürfen uns keine Ausrutscher mehr erlauben, sonst sind wir am Saisonende nicht in den Play-offs", warnt Preuß. Eine kleine Hoffnung ist, dass sich Franziskas Verletzung als nicht so schwerwiegend herausstellen könnte und die Spritze so gut wirkt, dass er kurzfristig doch wieder eingesetzt werden kann. Doch das ist nicht mehr als der Griff nach einem Strohhalm.

Allerdings verbreitet das Post-Quartett selbst bei einer Borussia ohne Boll und Franziska nicht unbedingt Angst und Schrecken. Mühlhausen bietet Ovidiu Ionescu (WR 103), Lars Hielscher (116), Bohumil Vozicky und Michal Bardon (beide ohne Weltranglistennotierung) auf. "Wir haben in dieser Woche alle in Düsseldorf trainiert ", sagt Heister. "Das tut der Mannschaft immer gut. Jeder von uns weiß, was er kann." Dazu zählt er sich auch selbst, denn mit 2:1 Siegen hat er eine positive TTBL-Bilanz.

Quelle: RP
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