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Leichtathletik
Titelverteidiger Büttgen lässt den Sieger ziehen

Mettmann. Der 30-Jährige Leichtathlet der LG Stadtwerke Hilden schont sich für den Berlin-Marathon, während Daniel Schmidt Vollgas gibt. Von Dominique Schroller

Hilden Mit der Nummer eins auf dem Trikot ging Simon Büttgen an den Start. Der Vorjahressieger des Hildanuslaufs setzte jedoch auf der Bezirkssportanlage am Bandsbusch nicht alles daran, seinen Titel zu verteidigen. Schon kurz nach dem Startsignal im Stadion ließ er Daniel Schmidt vom TV Refrath ziehen. Der jagte mit langen Schritten zum Tor hinaus und vergrößerte seinen Vorsprung von Runde zu Runde. Am Hinterreifen des Führungsfahrrades sprintete er nach 10.000 Metern dem Ziel entgegen. Die Zeitmessung stoppte bei 31:57 Minuten. Damit brach der Remscheider den Streckenrekord, den er selbst vor zwei Jahren aufstellte.

"Das hatte ich eigentlich gar nicht geplant. Zwischen 32 und 33 Minuten wollte ich zwar bleiben, doch dass ich so schnell war, hat mich auch überrascht", sagt der 29-Jährige. Er war das Rennen schnell angegangen und hatte den längsten Teil der Distanz im Alleingang absolviert. "Das mag ich ganz gerne, denn ich trainiere auch so. Deshalb liegen mir Rennen, in denen ich das Feld von vorne kontrollieren kann", betonte der Sieger. Der Erfolg gibt ihm Selbstvertrauen für den Marathon, der in drei Wochen vor ihm liegt. "Die letzten Wettkämpfe waren nicht so gut und deshalb hat er für mich eine hohe Aussagekraft."

Simon Büttgen von der gastgebenden LG Stadtwerke Hilden hatte sich unterwegs bewusst zurückgehalten und kam nach 35:24 Minuten als Zweiter ins Ziel. "Da ich in der nächsten Woche beim Berlin-Marathon laufe, bin ich heute ein bisschen mit angezogener Handbremse gelaufen", sagte der 30-Jährige. Für ihn war es ein Trainingslauf, bei dem er aber auch nicht fehlen wollte. "Das ist hier mein Verein und da möchte ich natürlich dabei sein. Viele Zuschauer kennen mich und unterstützen mich auch." Für den Mittelstrecken-Spezialisten sind die zehn Kilometer eigentlich schon zu lang. "Doch mit zunehmendem Alter ist es auch für mich an der Zeit, mehr auf Ausdauer zu setzen und mich in Richtung der langen Läufe zu orientieren."

Nur kurz hinter Simon Büttgen und Mehdi Khelifi auf Rang drei kam Michael Claesges als Vierter ins Ziel. Für den Hildener war der Lauf ebenfalls ein Heimspiel. "Ich wohne direkt dort drüben und kenne fast jeden hier, und weil es so schön war, laufe ich gleich auch noch die fünf Kilometer", sagte der Dauerläufer und verschwand zum Umkleiden in der Kabine. Verschwitzt, aber sichtlich zufrieden hatte inzwischen auch Ute Spieker ihr Ziel erreicht. Als Zweitplatzierte konnte die Mettmannerin ihren Sieg im Neandertal-Cup sichern. "Heute war es schwierig, doch ich wollte unbedingt dabei sein." Neun von zehn Läufen der Serie hat die 55-Jährige erfolgreich absolviert. "Nur beim Sommernachtslauf in Langenfeld war ich nicht dabei, das passte zeitlich nicht. Als eine der ältesten bin ich schon stolz, nun ganz vorne zu sein."

Den ersten Platz beim Hildanuslauf musste sie allerdings Julia Kümpers überlassen. Der 22-Jährigen von den Schwimm- und Sportfreunden Bonn gelang in 37:52 Minuten nicht nur eine persönliche Bestzeit, sie verfehlte den Streckenrekord bei den Frauen nur um fünf Sekunden. "Das wusste ich nicht, sonst hätte ich noch mehr Gas gegeben", sagte die Sportlerin. Sie hatte am Start bereits mit dem Sieg geflirtet. "Da schaue ich immer, ob jemand schnell aussieht, aber bei den Männern war die Konkurrenz diesmal deutlich größer."

Die zehn Kilometer in weniger als 38 Minuten hinter sich zu bringen, war für die Studentin ein zusätzlicher Triumph. "Die Bedingungen waren optimal. Mein Trainer hat mir das Rennen empfohlen, weil die Strecke offiziell vermessen ist. Vorher wusste ich gar nicht, wo Hilden eigentlich liegt." Für die angehende Ärztin ist das Laufen ein Ausgleich zum Uni-Alltag: "Dabei kann ich mich selbst verbessern und auch schlagen. Das ist ein Ansporn." Sie freute sich nicht nur über die Anfeuerungsrufe des Publikums, sondern auch über das eigene Führungsfahrrad. "Das ist sehr selten."

Quelle: RP
 
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