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Handball
Trübe Aussichten für die Unitas-Handballer

Haan. In der Oberliga stehen die Haaner nach der Sperrung der Halle an der Adlerstraße mit dem Rücken zur Wand. Von Birgit Sicker

Die knappe Niederlage gegen den Bundesliga-Nachwuchs von TuSEM Essen schlug den Unitas-Handballern aufs Gemüt. Damit bleiben die Haaner im Keller der Oberliga hängen. Und eine schnelle Verbesserung der sportlichen Lage scheint nicht in Sicht. Denn die kurzfristige Schließung der Halle an der Adlerstraße schlägt ins Kontor. Von einem echten Heimvorteil konnte schon am vergangenen Samstag nicht die Rede sein, als der Handballverband Niederrhein den Umzug in die Halle an der Walder Straße vorschrieb. Weil es dort keine Zuschauertribüne mit Sitzplätzen gib, halbierte die Unitas notgedrungen den Eintrittspreis. Zugleich kamen weniger Fans, weil auch das Stehplatzkontingent begrenzt ist. Auswirkungen hatte das dann auch auf den Getränke- und Essensverkauf. "Am Ende war das ein Verlust im vierstelligen Bereich", stellte Ronny Lasch fest. Und betonte: "Für einen kleinen Verein wie die Unitas ist das eine existenzielle Bedrohung. Wir legen drauf - das kann man nicht über Wochen und Monate auffangen." Jetzt hoffen die Verantwortlichen, dass den widrigen Bedingungen zum Trotz wenigstens die Sponsoren dem Klub die Stange halten. Die Gespräche werden in den nächsten Tagen geführt.

Derzeit sucht der Vorstand zudem händeringend nach Ersatzhallen - nicht nur für die Punktspiele, sondern auch für den Trainingsbetrieb der sechs Senioren- und zwei Jugendmannschaften. Sollte das Unterfangen nicht gelingen, droht ein Horrorszenario. "Im schlimmsten Fall kann uns der Verband für ein Heimspiel auch eine Halle in Aldekerk zuweisen, wenn die gerade frei ist", sagt Martin Blau. Das möchte der Vorsitzende der Unitas auf jeden Fall vermeiden - unter einem Heimspiel versteht ein Sportler nämlich etwas anderes. Deshalb intensivierte der Klub die Gespräche mit der Stadt Hilden, um vielleicht für die nächsten Wochen erneut Unterschlupf beim Nachbarn zu finden. Das klappte seinerzeit schon sehr gut, als die Stadt Haan die Halle an der Adlerstraße für viel Geld aufwendig sanierte.

Schwieriger wird es bei den Trainingsmöglichkeiten. Zwar bekamen die Haaner in Düsseldorf eine Halle ab 18 Uhr angeboten, doch Ronny Lasch erklärt: "Wir können frühestens um 19.30 Uhr beginnen. Vorher bekomme ich die Leute nicht zusammen. Einige arbeiten bis 18 Uhr in Bochum oder Dortmund - Berufstätige können es gar nicht schaffen." Angesichts der Umstände ist deshalb Kreativität gefragt. In dieser Woche weicht der Oberligist auch ins Fitnessstudio aus, um an der Kondition zu arbeiten. Das Anmieten eines Indoor-Courts in einem Sportzentrum hat der Trainer ebenfalls ins Auge gefasst. "Wir spielen dann kein Fußball, sondern machen Passübungen", sagt Lasch. Und hofft insgeheim noch darauf, dass sich vielleicht der eine oder andere Verein im Umkreis der Stadt Haan solidarisch zeigt und mit einer Trainingshalle aushilft.

Auch wenn der schwache Start in die Meisterschaftsrunde irgendwie an die vergangenen Oberliga-Saison erinnert, hat Ronny Lasch das Ziel Nordrheinliga weiter fest im Blick. Und übt zugleich Selbstkritik. "Die beiden letzten Spiele gehen auf meine Kappe, da habe ich zu viele Fehler gemacht", gesteht der Coach. Und gelobt Besserung. "Von der Außenlinie muss mehr Ruhe kommen. Ich muss einfacher souveräner agieren und das Maximum aus mir herausholen", betont Lasch, der sein Team mit der Konkurrenz durchaus auf Augenhöhe sieht.

Quelle: RP
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