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Lokalsport
Unitas: Die Trennung voller Fragezeichen

Haan. Ex-Trainer Ronny Lasch versteht seine Entlassung noch immer nicht. Der Verein wünscht sich Ruhe. Von Erdinc Özcan-Schulz

Langweilig wird es bei den Handballern der Unitas Haan momentan selten. Das Theater findet aber überwiegend nicht auf der Platte, sondern daneben statt. Und der Wahlspruch "Unitas - mehr als ein Verein" bekommt für den bisherigen Trainer Ronny Lasch derzeit eine ganz besondere Bedeutung. Den Unitas-Coach traf der Rauswurf am Sonntagabend nach dem 35:36 beim ART Düsseldorf völlig unerwartet. Drei Minuten nach dem Spielende seinen noch emotional aufgewühlten Trainer zum Gespräch zu bitten und ihn freizustellen, zeugt sicher auch nicht von viel Fingerspitzengefühl. "Das will mir nicht in den Kopf rein, warum man fünf Spieltage vor dem Saisonende so etwas machen muss. Hätte man mich in der Winterpause entlassen, hätte ich sportlich sogar Verständnis dafür gehabt", sagt Lasch, der am Tag danach noch immer keine Erklärung für die Aktion der Haaner Verantwortlichen findet.

"Wir müssen jetzt Ruhe im Umfeld haben und uns gut nach außen präsentieren und nicht alles negativ darstellen", erklärt der Unitas-Vorsitzende Martin Blau. Zu oft habe Lasch in der jüngsten Zeit die Vereinsinteressen nicht gewahrt. Mit der Trennung wollen Blau und seine Vorstandskollegen die negativen Schlagzeilen beenden und zeigen, dass "die Unitas-Familie eine gute Adresse ist". Schließlich schaut sich Jurek Tomasik (derzeit noch beim TV Lobberich), der demnächst auf der Kommandobrücke sitzt, bereits jetzt nach neuen Spielern um.

Zu den Vorwürfen an Lasch, der nach dieser Saison zum Verbandsligisten HSV Dümpten wechselt, gehört auch, dass er einige seiner aktuellen Spieler auf einen Wechsel angesprochen haben soll. "Das stimmt. Aber ich habe sie erst angesprochen, nachdem Jurek vorgestellt worden war und ich bei einem neuen Verein zugesagt habe", betont Lasch. Er kann nicht erkennen, etwas Falsches getan zu haben. Erst am Freitag habe er bei seinem künftigen Verein für die kommende Saison zugesagt.

Die beiden nun getrennten Seiten betonen, dass man sich gegenseitig schätze. "Allerdings muss ich jetzt zusehen, wie ich reagiere", erklärt Lasch. Der Handball-Trainer deutet damit grundsätzlich an, dass er auf seinem bis Ende Mai verabredeten Vertrag bestehen will. Trotzdem mag er sich lieber einigen: "Ich werde noch einmal das Gespräch mit Martin Blau suchen und versuchen, gütlich auseinanderzugehen". Blau sucht ebenfalls eine friedliche Lösung. "Wir wollen keine schmutzige Wäsche waschen", betont der Unitas-Chef. Eher geht es darum, dass sich beide Seiten in einigen Monaten weiter in die Augen schauen können. In nächster Zeit dürfte es allerdings kaum dazu kommen, dass die Beteiligten besonders gerne ein Bier miteinander trinken.

Quelle: RP
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