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Handball
Unitas-Handballer stehen erneut vor eine schweren Saison

Haan. Erst seit dem vergangenen Wochenende steht der Kader des Oberligisten. Trainer Jurek Tomasik hat deshalb noch viel Arbeit vor sich. Von Birgit Sicker

Seit der viel umjubelten Rückkehr in die Oberliga haben die Unitas-Handballer einen schweren Stand. Im ersten Jahr gelang dem Aufsteiger erst nach einem fulminanten Endspurt der Klassenerhalt. Nicht viel besser verlief die zweite Spielzeit in dieser Liga. Gründe gab es viele, darunter die stete Harzproblematik und der zeitweilige Wegfall der Heimstätte an der Adlerstraße, weil die Halle als Flüchtlingsunterkunft diente. Im Sommer hoffte der Vorstand deshalb auf bessere Zeiten. Eng verbunden war der Wunsch mit der Verpflichtung von Jurek Tomasik, doch der neue Coach kann - bei aller Erfahrung - nicht zaubern. Sein größtes Problem: Der Kader steht erst seit dem vergangenen Wochenende fest. Auch bei der Verpflichtung von neuen Akteuren zollten die Haaner Verantwortlichen den rigiden Haftmittelbestimmungen in Haan Tribut - etliche potenzielle Neuzugänge winkten deshalb dankend ab. "Man muss so trainieren, wie man auch spielt", hat Tomasik zum Thema eine klare Meinung.

Ungeachtet der vielen Stolpersteine arbeitet der Trainer am neuen Unitas-Team. Und freute sich nun, mit Markus Witkowski und Domagoj Golec noch zwei vielversprechende Handballer an Land gezogen zu haben. "Mit Witkowski war ich schon länger im Kontakt. Jetzt ist er nach Wuppertal umgezogen - das passte", sagt Tomasik. Zuletzt lief Witkowski für den HSC Eintracht Recklinghausen in der Verbandsliga auf, hat aber auch schon Oberliga-Erfahrung. Golec hingegen steht erst am Anfang seiner Handball-Karriere. Der 19-Jährige kommt vom Neusser HV, wo er erste Schritte in der Dritten Liga machte. Als Rückraum-Linker kann er seine Wurfkraft in die Waagschale werfen. Zugleich macht Golec mit seinen 2,07 Metern Körpergröße aber auch in der Abwehr eine gute Figur. Weil für den kroatischen U 19-Nationalspieler die Konkurrenz in Neuss derzeit noch zu groß ist, soll er jetzt erst einmal bei der Unitas Spielpraxis sammeln. "Das ist schon ein ehrgeiziger Junge. Es liegt an ihm, wie er sich entwickelt", erklärt Tomasik, der ihn von Anfang an ins Unitas-Spiel einbinden will. "Fehler kommen vor, aber das ist in Ordnung", findet er. Mit dem 1,94-Meter-Hünen Anthony Pistolesi steht zudem noch ein erfahrener Handballer für die Deckung zur Verfügung. Der Franzose, der einst mit dem SC Magdeburg den Europapokal gewann, soll den Mittelblock verstärken. Der 42-Jährige kann zudem im Angriff den Part im rechten Rückraum übernehmen. Und weil Moritz Blau (1,90 Meter) für die Mittelposition zur Verfügung steht, hätten die Haaner dann auch in der Offensive Größenvorteile.

Eine starke 6:0-Abwehr sieht Jurek Tomasik als wesentliche Grundlage für den Erfolg. Denn die Ballgewinne können die Haaner Außen zu Tempogegenstößen nutzen - und Varianten für den schnellen Vorstoß kennt Tomasik viele. Doch bis gewisse Automatismen verinnerlicht sind, braucht die neuformierte Truppe noch etwas Zeit - der Coach rechnet mit "zwei bis drei Monaten". Ein Grund ist auch die bislang durchwachsene Vorbereitung. "Irgendeiner hat immer gefehlt, das ist sehr ärgerlich", seufzt Tomasik. Deshalb will der Trainer vor dem Oberliga-Start nächste Woche Samstag gegen den TuS Lintorf noch ein Freundschaftsspiel organisieren.

Gerade der Meisterschaftsauftakt wird für seine Mannschaft kein Zuckerschlecken. "Wir wollen uns erst einmal stabilisieren", kündigt der Unitas-Coach für die nächsten Wochen an. Vielleicht ganz gut, dass das Derby gegen Aufsteiger Mettmann-Sport erst am letzten Hinrunden-Spieltag im Januar ansteht.

Quelle: RP
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