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Lokalsport
Vereine sind gegen Nutzungsgebühr

Haan. In einer Presseerklärung nehmen betroffene Haaner Klubs Stellung.

Die finanzielle Lage der Stadt Haan ist angespannt. Und deshalb suchen die Verantwortlichen nach Wegen, die Kasse zu füllen. Eine Idee: die Sportstättennutzungsgebühr für Sportvereine. Dagegen wandten sich nun in einer gemeinsamen Erklärung die Klubs Haaner TV, Haaner TB, TSV Gruiten, DJK Unitas Haan, SSVg Haan und Shotokan Karate Haan.

Argumente gegen die Einführung einer solchen Gebühr gibt es einige. "Die Haaner Sportvereine planen, organisieren und führen annähernd den gesamten außerschulischen Sport in Haan durch. Aber auch der Sport im Rahmen der Ganztagsbetreuung wird im Wesentlichen mit Hilfe der Haaner Sportvereine erbracht, die das Programm, Betreuer und Trainer stellen. Sport in Haan ist daher ohne die Haaner Sportvereine nicht möglich und denkbar", heißt es in der Presseerklärung.

400 ehrenamtlich tätige Trainer, Übungsleiter und Helfer betreuen nach Angaben der Vereine mehr als 3200 Kinder und Jugendliche sowie über 4800 Erwachsene - macht insgesamt 8000 Mitglieder. "Die Haaner Sportvereine vermitteln Sport, Betreuung, Integration und Gemeinschaftserlebnis in mehr als 230 Stunden Woche für Woche." Dabei sind die drei Haaner Sporthallen zum Teil dreifach belegt. "Die Sportvereine integrieren hierbei in besonderer Weise auch solche Kinder und Jugendliche, die aus sozial schwierigen Verhältnissen kommen", unterstreichen die Klubs in der Pressemitteilung. Die angedachte Sportstättengebühr beträfe rund 3000 Erwachsene und fast 3000 Haaner Kinder und Jugendliche und sei deshalb "nicht hinnehmbar". Als Folge müssten "die Vereinsbeiträge um bis zu zehn Prozent steigen, um die mit der aktuell kalkulierten Zusatzgebühr verbundenen erheblichen Mehrkosten aufzufangen". Rund 12.000 bis 15.000 Haaner Bürger seien von dieser finanziellen Mehrbelastung betroffen.

Weiterhin führen die Sportler in der Pressemitteilung aus: "Die Stadt Haan leistet bislang als Beitrag für das umfangreiche Sportangebot in Haan die gebührenfreie Bereitstellung der Sporthallen, zu Zeiten an denen diese nicht für den Schulsport zur Verfügung stehen. Städtische finanzielle Zuschüsse sind hingegen in den vergangenen Jahren mehrfach und fast vollständig gestrichen worden." Inzwischen erhielten die Klubs für jedes Vereins-Kind oder -Jugendlichen nur noch 5,06 Euro pro Jahr, seien damit inzwischen finanziell praktisch vollständig auf sich gestellt. Die inhaltliche Planung und Durchführung des Sportangebots sowie deren Finanzierung erfolge durch die Vereine, die "damit die Stadt von diesen zentralen Kosten für die Ausgestaltung des Haaner Sportangebots" entlasten. Deshalb erwarten die betroffenen Vereine, dass die Stadt weiterhin auf eine Nutzungsgebühr verzichtet und signalisieren zugleich Gesprächsbereitschaft.

(bs)
 
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