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Turnen
Wo Talente turnen

Turnen: Wo Talente turnen
Die siebenjährige Lucia beeindruckt am Stufenbarren. FOTO: Dietrich Janicki
Erkrath. Zweimal im Jahr steigt beim TSV Hochdahl der Talentsichtungscup. Kunstturnerinnen ab sieben Jahren aufwärts zeigen ihr Können am Schwebebalken oder Stufenbarren sowie am Boden und beim Sprung. Von Nicole Kuska

Vor der Laufbahn und einige Meter entfernt vom Sprungbrett wartet Greta Alexander konzentriert. Sie trägt einen bunten Turnanzug und hat ihre Haare zusammengebunden. Dann läuft sie plötzlich los, springt vom Sprungbrett ab und macht einen Überschlag zur Rückenlage. Lächelnd steht sie von der Matte auf, auf der sie gelandet ist, und holt sich einen gratulierenden Handschlag ihrer Trainerin ab. Daraufhin halten drei Kampfrichter Tafeln mit einer Punktzahl in die Luft.

Der TSV Hochdahl veranstaltete in der Halle an der Rankestraße den Talentsichtungscup, mit dem die Nachwuchsturnerinnen im Kunstturnen gefördert werden. Während am Samstag die Altersklassen 7, 8, 9 und 10 turnten, traten die Älteren ab elf Jahren am Sonntag an. Turnerinnen aus Hamburg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen machten mit. "Insgesamt haben sich 140 Turnerinnen aus drei Bundesländern für den Wettkampf angemeldet, wobei sonst eher Kinder aus insgesamt fünf oder sechs Bundesländern kommen", erzählt Günther Grassberger vom TSV Hochdahl. Zweimal im Jahr lädt der Hochdahler Klub zu dem Talentsichtungscup, bei dem die Altersklassen nicht ganz so streng betrachtet werden wie bei anderen Wettkämpfen. "Wenn die Kinder länger krank oder verletzt sind, dann halten wir uns nicht so ganz strikt an die Einteilung", erläutert Grassberger.

Gemäß den Pflichtübungen des Deutschen Turnerbundes absolvierten die Turnerinnen der Altersklasse 7 die Disziplinen Boden, Schwebebalken, Stufenbarren und Sprung. 15 Punkte warem maximal zu erreichen, wobei die volle Punktzahl eher selten vergeben wird. "Die Kampfrichter finden immer etwas, das ihnen nicht gefällt", sagt Grassberger lächelnd. Bei den Vorführungen kommt es vor allem auf die technische Ausführung an. "Wenn beispielsweise ein Bein krumm ist oder der Fuß nicht hoch genug, dann gibt es einen Punktabzug. Die Übungen müssen schön und gekonnt aussehen", erklärt Grassberger. Für die Veranstaltung des Talentsichtungscups engagiert sich Günther Grassberger übrigens seit Jahren. "Die Turnerinnen bekommen viel zu wenig Wettkampferfahrung, weil das auch immer eine Kostenfrage ist", bedauert er.

Musik ertönt. Elegant bewegt sich Lena Stöcken im blauen Turnanzug auf dem Boden. Sie macht eine Rolle vorwärts und zeigt akrobatische Übungen. Zeitgleich turnt eine Sportlerin in einem grün-schimmernden Turnanzug auf dem Schwebebalken. Gekonnt sehen die Übungen aus, die sie sehr aufmerksam und mit einer sichtbaren Körperspannung durchführt. Kurz darauf nimmt eine andere Turnerin Anlauf und springt falsch vom Sprungbrett ab. Enttäuscht über ihre Leistung fließen Tränen über ihr Gesicht. Sofort eilt die Trainerin herbei und spendet Trost.

Die Kunstturnerin Lucia (7) vom TSV Hochdahl stellt sich zum zweiten Mal einem Wettstreit. "Ich habe dieses Jahr in Troisdorf bei einem Wettkampf mitgemacht. Da habe ich auch etwas gewonnen", berichtet sie. Für Sophia (6) ist der Talentsichtungscup der erste Wettkampf überhaupt. "Ich habe mir ein Sorgenfresser-Stofftier und einen Plüsch-Hamster als Glücksbringer mitgenommen. Bisher bin ich ganz zufrieden mit meiner Leistung, aber zwei Übungen kommen noch", plaudert sie aus dem Nähkästchen. Anne (10) turnt dieses Mal nicht mit, ist aber als Glücksbringer zu dem Turnier gekommen. "Ich bringe Glück und passe auf die mitgebrachten Glücksbringer auf. Das spannendste ist die Siegerehrung und darauf freue ich mich schon", sagt sie.

Dreimal die Woche trainieren die Mädchen für jeweils zweieinhalb Stunden. Lena Grassberger vom TSV Hochdahl unterstützt sie: "Ich beruhige die Mädchen vor den Auftritten, weil sie aufgeregt sind. Außerdem erinnere ich sie auch an die Übungen und korrigiere sie", erzählt Lena Grassberger. "Und du bringst uns auch Glück", ruft Sophia (6).

Quelle: RP
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