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Lokalsport
Wülfrath ist im Derby ohne Chance

Mettmann. Mettmann-Sport leistet sich den Luxus, zur Pause komplett durchzuwechseln - und siegt trotzdem klar mit 36:21. Von Erdinc Özcan-Schulz

Mettmann-Sport - TB Wülfrath 36:25 (20:11). Das Wichtigste vorab. Im Lokalderby zwischen den ewigen Rivalen Mettmann-Sport und TB Wülfrath blieb es auf den Rängen vorbildlich friedlich. Dass Wülfraths Abteilungsleiter Jörg Märtens mit einigen seiner Mitstreiter in der Herrenhauser Halle Ordnerdienst schob, hatte bei einigen der rund 800 Zuschauer sogar für Erheiterung gesorgt. Beide Vorstände vereinbarten diese Maßnahme nach den Unruhen des letzten Duells. Es zeigte Wirkung. In der ausverkauften Halle konzentrierte sich jede Fangemeinde darauf, die eigene Mannschaft zu unterstützen. Sportlich blieb es lediglich bis zum 2:2 (4.) spannend. Die beiden Führungstreffer von Jonas Isenburg und Jan Schirweit glichen Timo Schmitz und Moritz Hebel aus.

Danach sah es zunächst so aus, als wenn die Geschichte des Spiels eigentlich schneller erzählt werden würde, als es dem TBW lieb ist. Beim 7:3 (8.) und 10:4 (13.) mussten die Kalkstädter einen gruseligen Abend befürchten. Nur, dass die Halloween-Geister schwarz-blaue Trikots trugen. Mit Leichtigkeit gingen Isenburg, André Loschinski und Marvin Mohrmann durch die offensive Deckung der Gäste durch.

Als Wülfrath auf eine defensivere 5:1-Deckung umstellte, lief es bei den Gastgebern etwas gemächlicher ab. Wülfrath nutzte diese Phase dazu, um den Rückstand auf 8:11 (16.) zu verkürzen. Doch es war merklich zu spüren, dass Mettmann mit angezogener Handbremse spielte. So setzte Loschinski beim 13:10 (19.) zu einer 1:1-Aktion an, die er ohne große Anstrengung für sich entschied und damit seinen Nebenleuten das Signal gab, sich ein kleines Polster herauszuwerfen. Beim TBW rieben sich Schmitz und Hebel im Angriff gegen die 6:0-Defensive förmlich auf. Hier hätte der am Kreis versauernde Till Märtens als zweikampfstarker Spielertyp sicherlich für mehr Entlastung sorgen können. So klappte nach der verletzungsbedingten Herausnahme von Timo Schmitz in der Offensive gar nichts mehr.

Zum Pausenpfiff betrug ME-Sports Vorsprung schon komfortable neun Treffer (20:11). Was immer TBW-Trainer André Döpper bei der Pausenansprache seinen Spielern als Rezept mit auf den Weg gab, war für die Katz. Der Kreisnachbar, der bereits nach sechs Minuten wieder aus der Kabine kam, hatte nämlich ein völlig anderes Gesicht bekommen.

Mettmanns Coach Jürgen Tiedermann schickte bei seiner einzigen Wechselaktion zum Wiederanpfiff mit sieben neuen Spielern einfach eine ganz neue Mannschaft auf die Platte. "Dabei gab es überhaupt keinen Qualitätsverlust", sagte Martin Auer, der ehemalige Präsident von ME-Sports. Auch die Zuschauer waren angesichts der Dominanz der Heimmannschaft begeistert. Denn auch der durchgemischte "zweite Anzug" passte ideal und baute den Abstand stetig weiter aus. Der Abpfiff bei Mettmanner 36:25-Führung erlöste die körperlich gnadenlos unterlegenen TBW-Akteure von ihren Anstrengungen.

Würde es den Titel "Man of the Match" geben, hätte ihn aber trotz der Unterlegenheit ein Akteur des unterlegenen Wülfrather Teams verdient gehabt: Keeper Christoph Engler parierte allein im zweiten Durchgang elf hundertprozentige Chancen und bewahrte sein Team vor einer höheren Niederlage.

"Die mangelnde Chancenverwertung ist das Einzige, was man den Jungs vorhalten kann", sagte Tiedermann. Wobei das ein Luxus war, der diesmal nicht schmerzte.

Quelle: RP
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