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Mettmann
Stadt erhält Stadtwaldhaus zurück

Mettmann: Stadt erhält Stadtwaldhaus zurück
Die Kunststoff-Fenster des Stadtwaldhauses sollen wieder durch Sprossenfenster ersetzt werden. Da die Stadt jetzt Eigentümer der Immobilie ist, muss sie auch die Kosten für die "kosmetischen Veränderungen" zahlen. FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)
Mettmann. Die drei Eigentümer sind aus dem Kaufvertrag ausgestiegen. Zwei fordern Geld von der Stadt zurück, das sie in die Sanierung des Restaurants gesteckt haben. Eine Erweiterung des Hauses ist unmöglich. Von Christoph Zacharias

Neue Hiobsbotschaften vom Stadtwaldhaus: Die drei Personen, die das Haus von der Stadt Mettmann erworben hatten, haben nach Informationen unserer Redaktion einen Rückzieher gemacht und sind aus dem Kaufvertrag ausgestiegen. Damit ist die Stadt wieder Eigentümer der Immobilie. Zwei fordern Geld zurück, das sie in die Sanierung und den Umbau investiert haben. Der dritte Investor will seinen Anteil im Haus stehen lassen und das Stadtwaldhaus von der Stadt pachten. Die drei Investoren wollten nach eigenen Angaben rund 400.000 Euro in den Umbau und in die Sanierung investieren. Wie hoch die Summe ist, die die beiden Männer jetzt von der Stadt zurückfordern, ist unbekannt. Sie haben lediglich eine Rate des Kaufpreises bezahlt. "Wir werden ihre Investitionen mit der Rate des Kaufpreises verrechnen", sagte gestern Bürgermeister Thomas Dinkelmann. Der Rat hatte darauf gedrungen, dass im Kaufvertrag eine Klausel steht, die besagt, dass das Haus nur als Gastronomie genutzt werden darf.

Die drei Investoren hatten vor, das Stadtwaldhaus zu erweitern und so auszubauen, dass dort größere Veranstaltungen stattfinden können. Hintergrund: Alle drei Familien wollen und müssen von den Einnahmen leben, deshalb die Vergrößerung. Von einem neuen Wintergarten und einem zusätzlichen Veranstaltungszimmer war die Rede. Beides sollte in Richtung Goldberger Teich gebaut werden. Doch dieses Vorhaben scheiterte nicht zuletzt daran, dass das Stadtwaldhaus in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, es gibt strenge Auflagen. Es darf also nur im Bestand gebaut und renoviert werden.

Ein weiteres Problem war der Lärmschutznachweis. "Die Eigentümer hatten einen Lärmschutznachweis vom TÜV vorgelegt", sagte Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec im März. Der Kreis hatte diese Expertise an die Bezirksregierung geleitet. Von da kam eine eindeutige Nachricht. Eine Erweiterung scheidet aus Lärmschutzgründen ebenfalls aus. "Der Lärmschutznachweis hat eine hohe Wertigkeit, denn die Anwohner des benachbarten Neubaugebietes haben angekündigt, dass sie sich bei Nichteinhaltung der Werte den Klageweg vorbehalten", so Geschorec. Nur der Lärmschutznachweis im früheren Bebauungsplanverfahren habe Gültigkeit, sagte Bürgermeister Thomas Dinkelmann.

Ein weiterer Knackpunkt sind die Parkplätze rings ums Stadtwaldhaus. Sie reichen laut Eigentümer vorne und hinten nicht. Jetzt ist herausgekommen, dass die Parkplätze entlang des Lärmschutzwalles gar nicht zum Stadtwaldhaus gehören, sondern zum Neubaugebiet. Die drei Investoren brauchten aber ausreichende Parkplätze, um auch größere Veranstaltungen anbieten zu können. Noch im Oktober hatte einer der Eigentümer unserer Redaktion auf Anfrage mitgeteilt, dass man die Zahl der geforderten Parkplätze auf 20 reduziert habe. Die zusätzlichen Parkplätze sollten im vorderen Bereich der großen Wiese am Goldberger Teich angelegt werden. "Das wird nicht gehen, und zwar aus Lärmschutzgründen", sagte Dinkelmann gestern. Klartext: Das Stadtwaldhaus hat überhaupt keine eigenen Stellplätze. Gäste müssen künftig ihr Auto am Goldberger Teich abstellen und zu Fuß zum Restaurant kommen. Man kann den Eigentümern nicht vorwerfen, sie hätten gar nichts getan. Im Innern des Hauses hat sich einiges verändert. Die Küche wurde total erneuert. Auch im Gastraum wurde renoviert. Im Keller wurden der Kühlraum und die Toiletten fertiggestellt. Doch dann passierte nichts mehr. Einer der Eigentümer, der das Haus pachten will, ist ins Obergeschoss eingezogen. Das Vorhaben, dass das Stadtwaldhaus im Sommer öffnet, ist offenbar Wunschdenken. Die Stadt hat anscheinend sehr blauäugig beim Verkauf des Stadtwaldhauses gehandelt und nicht bedacht, dass es eine Diskrepanz zwischen den Plänen der Investoren und den Rahmenbedingungen (Lärmschutz, Parkplätze, Landschaftsschutzgebiet) geben könnte.

Quelle: RP
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