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Mettmann
Stadt verkauft gefundene Räder

Mettmann: Stadt verkauft gefundene Räder
Martina Arinopoulos-Schulz (r.) vom Bürgerbüro berät Timo und Anja Richters, die ein Mountainbike aus dem Fundbüro kaufen wollen. FOTO: D. Janicki
Mettmann. Große und kleine Fahrräder in allen möglichen Farben und Mustern fristeten bislang ein trauriges Dasein im Fundbüro der Stadt Mettmann. In den meisten Fällen wurden sie von ihren Besitzern offensichtlich nicht vermisst und wieder abgeholt, so dass man beschloss, anderen Menschen mit den Rädern eine Freude zu machen. Von Rabea Gruber

Es geschieht häufig, dass Fundsachen nach Ablauf der halbjährigen Frist verkauft werden. Am Samstagvormittag drehte sich nun im Foyer des Bürgerbüros alles um die Drahtesel. "Manche Räder lagern schon seit 2013 bei uns", erzählte Martina Arinopoulos-Schulz, Mitarbeiterin des Bürgerbüros. "Im vergangenen Jahr gab es keinen Verkauf, so dass wir dieses Jahr umso mehr Räder anbieten können."

Vom Hollandrad bis zum Kinderfahrrad war alles dabei, vielen der Räder sah man jedoch an, dass sie von den Vorbesitzern nicht unbedingt pfleglich behandelt wurden. "Bei einigen Schätzchen muss man schon ein bisschen investieren", sagte Michael Lietzow von der Mettmanner Pressestelle. Er ist selbst begeisterter Radfahrer und hat die Kolleginnen beim Festsetzen der Preise unterstützt. "Wir haben jedes Rad vorher geprüft, der Verkaufspreis hängt natürlich von Alter und Zustand ab." Viele haben platte Reifen, eine kaputte Gangschaltung oder eine nicht funktionierende Beleuchtung. Das teuerste Stück, ein Herrenfahrrad für 100 Euro, fand bereits nach wenigen Minuten einen neuen Besitzer. Die meisten Räder lagen aber bei einem Preisniveau zwischen 25 und 35 Euro.

Mit ein wenig Geschick lässt sich so ein Schnäppchenrad schnell wieder in ein funktionsfähiges Fortbewegungsmittel verwandeln. Die meisten Interessenten warteten daher schon vor Einlass vor dem Bürgerbüro, um sich schnell einen Überblick über das Angebot verschaffen zu können. "Mein Mann könnte ein neues Rad gebrauchen", erzählte Sylwia Sokolowska. "Ein Kinderfahrrad suchen wir auch, aber da gibt es hier leider keine große Auswahl." Einen speziellen Wunsch brachte Horst Grüning mit zum Fahrradflohmarkt. Der Rentner war auf der Suche nach einem Klapprad, das er im Auto verstauen kann. "Ich fahre gern von Gruiten aus mit dem Rad, aber der Weg dorthin ist mir zu hügelig. Daher brauche ich ein Fahrrad, das ich mit meinem Auto transportieren kann." Fündig wurde er nicht, freute sich aber für die Leute, die ein neues Rad mit nach Hause nehmen konnten. "Es ist unfassbar, dass so viele Fahrräder von ihren Besitzern einfach stehengelassen werden. Aber für andere ist das natürlich schön. Es gibt eben auch viele Menschen, die sich nicht mal eben ein neues Rad leisten können."

Quelle: RP
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