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Mettmann
Stadtverwaltung hält an Sperrung mit Sackgasse fest

Mettmann: Stadtverwaltung hält an Sperrung mit Sackgasse fest
Schilder werden von den vielen Autofahrern missachtet. Die Verwaltung hält deshalb eine Netztrennung für unverzichtbar. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Heute soll im Planungsausschuss über das Verkehrskonzept zur Innenstadt entschieden werden. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Ratshaussaal. Von Christoph Zacharias

Die Verwaltung mit Bürgermeister Thomas Dinkelmann an der Spitze brach gestern noch einmal eine Lanze für den Verwaltungsvorschlag, die Schwarzbachstraße für den Individualverkehr zu sperren und die Flintrop-Straße zu unterbrechen (Sackgasse). In der heutigen Planungsausschuss-Sitzung (17 Uhr, Ratshaussaal) soll entschieden werden, wie der Verkehr künftig durch die Innenstadt fließt. SPD und Grüne haben sich für den Verwaltungsvorschlag ausgesprochen, die CDU ist gegen die Netztrennung.

"Wenn unser Vorschlag abgelehnt wird, dann bleibt alles so, wie es ist", sagte gestern Bürgermeister Thomas Dinkelmann. Das bedeutet auch: Der Zuwendungsbescheid über 860.000 Euro vom Land - er ist am Freitag im Rathaus eingegangen - für den Umbau der Breite Straße, Flintrop-Straße (und Ortsgasse) kann, zumindest was die beiden Straßen angeht, nicht wirksam werden. Zur Erinnerung: Der Bau der Seibelquerspange und der Osttangente mit Kreis- und Landesmitteln war eng daran gekoppelt, dass die Verkehrsmenge in der Innenstadt deutlich reduziert wird. Wenn nun die gleiche Zahl der Autos, nämlich 14.500, täglich duch die Innenstadt fahren, fließt kein Geld für den Straßenumbau. Im Gegenteil: "Wir müssen vermutlich Fördergelder für Seibelspange und Osttangente zurückzahlen", sagte Dinkelmann. Der Vortrag von Reinhold Baier vom Büro für Stadt- und Verkehrsplanung, den er am 8. September bei einem Treffen mit Mettmann-Impulse gehalten habe, sei mehr als unglücklich gewesen, sagte Dinkelmann. Baier habe allgemeine Aussagen zu "Shared Space" (Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger gleich berechtigt) gemacht, aber mitgeteilt, dass er die Situation in Mettmann gar nicht kenne und deshalb auch nicht beurteilen könne. Dinkelmann hatte an diesem Abend an der Veranstaltung teilgenommen.

Ein sogenannter Minikreisel von 13 bis 19 Meter Durchmesser als optischer Eingang einer Shared-Space-Zone sei auf der Breite Straße gar nicht realisierbar, so Dinkelmann. Außerdem würden durch Shared Space, Tempo 20- und Anliegerverkehr-Schilder die Verkehrsmenge nicht reduziert. "Es existiert weiter eine Hauptverkehrsachse, die Ampeln müssen aus Sicherheitsgründen alle bleiben." Eine neue Planung aufzustellen, so Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec, sei nicht möglich. "Das dauert mindestens ein dreiviertel Jahr. Bis zum 30. November 2016 müssen aber auch die anderen Förderanträge für Jubiläumsplatz, Mühlenstraße und Bismarckstraße auf den Weg gebracht werden, ansonsten kann in 2017 nicht mehr gefördert werden."

Die Umgestaltung des Jubi bei gleicher Verkehrsmenge mache zudem keinen Sinn. Der Verkehr trenne heute Neanderthal-Passage und Jubiläumsplatz.

Quelle: RP
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