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Kreis Mettmann
Städte setzen auf fair gehandelte Produkte

Kreis Mettmann. Nach Erkrath will nun auch Ratingen Fairtrade-Stadt werden. Eine Steuerungsgruppe arbeitet daran. Von Joachim Preuss

Erkrath ist bereits seit 2016 Fairtrade-Stadt. Nun sollen auch in Ratingen mehr Produkte aus der Dritten Welt gehandelt werden, die den Produzenten nachweisbar hinlängliche Einnahmen garantieren. Auf dem Weg Ratingens zur Fairtrade-Stadt sei der nächste Schritt getan, so die Stadt. Die Steuerungsgruppe, die die Fairtrade-Stadt-Aktivitäten Ratingens langfristig koordiniert, hat jetzt im Museumscafé ihre Arbeit aufgenommen - ganz stilecht mit Kaffee und Orangensaft aus dem Fairen Handel. Solche Produkte wünschen sie sich auch verstärkt zum Beispiel bei Vereinen und Gastronomiebetrieben in Ratingen.

"Mit der Gründung der Steuerungsgruppe ist ein weiterer Pfeiler für eine langfristige und vielschichtige Stärkung des Fairen Handels in Ratingen geschaffen worden", freut sich Bürgermeister Klaus Pesch. Die Zusammensetzung der Gruppe spiegelt den Ansatz des Gesamtprojekts Fairtrade-Stadt wider, denn vielfältig und gut vernetzt soll die Arbeit langfristig erfolgreich sein.

So sind die Agenda 21 Ratingen, Eine-Welt-Läden und Kirchengemeinden ebenso in der Gruppe vertreten wie die politischen Fraktionen und das Amt für Kultur und Tourismus. Leiterin der Steuerungsgruppe ist Lena Steinhäuser, die städtische Projektkoordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik.

Die Mitglieder der Steuerungsgruppe verstehen sich als Ansprechpartner und Multiplikatoren sowie als Koordinatoren des Gesamtprojekts, das sie um die individuellen Perspektiven ihrer unterschiedlichen Hintergründe bereichern. Zur Mitarbeit an den einzelnen Aktivitäten des Projekts Fairtrade-Stadt sind aber alle Ratinger eingeladen. Runde Tische zu einzelnen Themen sollen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung stattfinden.

Im vergangenen Jahr startete das Projekt Fairtrade-Stadt-Ratingen, gefördert durch Engagement Global gGmbH im Rahmen des Programms "Servicestelle Kommunen in der Einen Welt" mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Durch die Auszeichnung zur Fairtrade-Stadt sollen bereits bestehende Initiativen gewürdigt und es soll ein Signal dafür gesetzt werden, dass sich die Stadt auf unterschiedlichen Ebenen stärker für den Fairen Handel einsetzen will. Auf dem Weg zur Auszeichnung müssen fünf Kriterien erfüllt werden. Neben dem Ratsbeschluss zur Bewerbung als Fairtrade-Stadt müssen beispielsweise in vielen Einzelhandelsgeschäften Produkte aus dem Fairen Handel angeboten werden.

Projektkoordinatorin Lena Steinhäuser: "Wir sind bereits auf der Zielgeraden: Fast alle Kriterien sind erfüllt. Nun müssen wir noch verstärkt Vereine und Gastronomiebetriebe, zu denen neben Cafés und Restaurants auch Betriebskantinen gehören, dafür gewinnen, Fairtrade-Produkte zu nutzen und anzubieten." Voraussetzung ist unter anderem: "In den lokalen Einzelhandelsgeschäften und bei Floristen sowie in Cafés und Restaurants werden mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten. Richtwert ist hier die Einwohnerzahl."

Bei einer Stadt wie Ratingen müssen 19 Geschäfte und zehn Gastro-Betriebe mitmachen, dazu Vereine, Schulen und Kirchen. Sogar eine bestimmte Anzahl von Presseartikeln müssen die Bewerber nachweisen. Beim Auftakttreffen diskutierten die Teilnehmer mögliche Projektansätze und entwickelten konkrete Schritte, um die noch ausstehenden Kriterien zur Bewerbung zügig zu erfüllen. So sollen beispielsweise Vereine über einen Mikro-Projekte-Fonds darin unterstützt werden, Initialprojekte zum Fairen Handel durchzuführen.

Über einen eigenen Bereich auf der städtischen Homepage werden zukünftig aktuelle Informationen zum Projekt bereitgestellt werden, so die Ankündigung der Aktiven.

Vielleicht sollte auch mal an die Ratingen-App gedacht werden: Die Stichwortsuche nach Fairtrade-Produkten ergab keinen Treffer. Beim Suchwort "Kaffee", eines der gängigsten Fairtrade-Produkte, wurden unter anderem Tchibo, das Talschlösschen und Leib&Rebe angezeigt, aber kein Eine-Welt-Laden. Immerhin: Leib&Rebe legt den Schwerpunkt auf fair gehandelte Sachen, was ein Blick auf die von der App verlinkte Website zeigt.

Beim Blick auf die Projektkarte fällt auf: Rings um Ratingen sind viele Städte längst aktiv, darunter als anerkannte Fairtrade-Städte Erkrath, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Mülheim und Haan.

Vermerkt ist auf der Karte aber immerhin, dass Ratingen sich beworben hat.

Quelle: RP
 
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