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Mettmann
Steinbruch-Bagger tauchen wieder auf

Mettmann: Steinbruch-Bagger tauchen wieder auf
So einen Prallbrecher nahmen die Diebe aus den Kalksteinwerken mit. Für das Bedienen und Verladen sind Fachkenntnisse nötig. FOTO: Kalksteinwerke
Mettmann. Die gestohlenen Baumaschinen im Wert von 500.000 Euro sind in Auktionshäusern in Holland und England gefunden worden. Eine Maschine ließen die Täter auf einem Autobahnparkplatz zurück. Von Oliver Wiegand

Willi Schaefer freut sich. Der Geschäftsführer der Kalksteinwerke hat seine Maschinen wieder zurück erhalten, die ihm im Herbst vergangenen Jahres von dreisten Dieben gestohlen worden sind. Wert der Beute: Fast eine halbe Million Euro. Die Maschinen sind bei Versteigerungen in Holland und England entdeckt worden. Die Täter sind bis heute flüchtig, ihre Beute sind sie allerdings nicht los geworden.

Rückblende: In der Nacht auf Montag, 26. Oktober, zwischen 23 und 4.30 Uhr fährt vermutlich eine ganze Diebesbande mit Tiefladern auf dem Gelände der Kalksteinwerke Neandertal vor. Die Täter dürften Profis sein und verfügen offenbar über Fachwissen, Sie zerstören gezielt fast alle Videokameras und verschaffen sich Zutritt zum Gelände. Abgesehen haben sie es auf einen Bagger, einen Prallbrecher mit Magnetabscheider und ein Schwerlastsieb. Die Geräte werden von den Tätern auf einen Tieflader gefahren. Um die Geräte zu starten, zu fahren und zu verladen, muss man sich auskennen. Die Täter verschwinden unerkannt.

Doch Willi Schaefer weiß: "Die wollten noch mehr mitnehmen". Eine Verlademaschine haben sie kurz geschlossen und gestartet. Doch dann haben die Täter offenbar den Anlasser mitlaufen lassen, so dass der Motor kurze Zeit später seinen Geist aufgab. Einen weiteren Prallbrecher konnten die Täter nicht starten, weil die Arbeiter der Kalksteinwerke einen Tag vorher die Batterie ausgebaut hatten. Alles, was die Polizei hatte, war ein unscharfes Videobild. Auf dem Schwarz-Weiß-Bild war nur mit viel Mühe ein Mann zu erkennen. Darüber hinaus trug der Täter eine Kapuze. Ein Mitarbeiter des Steinbruchs, der für die Wartung der Maschinen zuständig war, erkannte den entwendeten Prallbrecher dann vor wenigen Wochen bei einer Auktion von Baumaschinen in Holland. "Einen Tag später sollte die Maschine versteigert werden", sagt Schaefer. Er lobt aber auch die Arbeit des weltweit tätigen Auktionsunternehmens. "Die hatten bereits erkannt, dass etwas mit der Seriennummer nicht stimmte und den Prallbrecher aus der Versteigerung heraus genommen", sagt Schaefer.

Die daraufhin von der Sonderkommission "Steinbruch" der Kreispolizeibehörde Mettmann eingeleiteten Ermittlungen bei dem Auktionshaus ergaben, dass der im Neandertal gestohlene Bagger bereits bei einer Auktion in England verkauft worden war. "Der Bagger hatte einen neuen Hammer, der alleine schon 60.000 Euro gekostet hat", sagt Willi Schaefer. Der Verkauf konnte rückgängig gemacht werden und der Bagger wurde in England sichergestellt.

Nun war wieder die Sonderkommission Steinbruch am Zug: Die Videoüberwachung des Auktionsgeländes in den Niederlanden wurde durch die Kripo ausgewertet. Auf den Bändern war zu sehen, dass die Anlieferung des Prallbrechers durch einen polnischen Sattelschlepper mit Tieflader erfolgte. Die Videoaufnahmen zeigten den gleichen Sattelzug nach dem Abladen des Prallbrechers später noch einmal. Diesmal vermutlich beladen mit dem hier entwendeten Schwerlastsieb.

In der Zwischenzeit konnte die noch vermisste Siebmaschine durch die niederländische Polizei auf einem Autobahnrastplatz verlassen aufgefunden und ebenfalls sichergestellt werden. Nach den Sicherstellungen der ersten beiden Maschinen hatten die Täter offensichtlich "kalte Füße" bekommen und das Schwerlastsieb aufgegeben. Willi Schaefer möchte sich noch einmal ausdrücklich bei der Polizei bedanken.

So ganz erledigt ist der Fall für ihn aber noch nicht.

Quelle: RP
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