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Mettmann
Stolpersteine erinnern an die Opfer des Naziregimes

Mettmann. Am 9. November 2016 jährt sich der Jahrestag der Novemberpogrome zum 78. Mal. Es war der Tag, an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet oder ermordet wurden.

Wie in den Jahren zuvor, möchte das Mettmanner Bündnis für Toleranz und Zivilcourage auch in diesem Jahr wieder gemeinsam der Opfer von Terror und Gewalt des Nationalsozialistischen Regimes gedenken. Am Mittwoch, 9. November, findet in der evangelischen Kirche Freiheitstraße um 17.30 Uhr eine ökumenische Gedenkandacht statt, zu der die evangelische und die katholische Kirchengemeinde sowie alle Bündnisteilnehmer einladen.

Um 18 Uhr findet dann ein Gedenken mit Kranzniederlegungen und Redebeiträgen am Koburg-Mahnmal am unteren Lavalplatz statt. Auch dazu sind alle Interessierten eingeladen. Nach dem Gedenken besteht die Möglichkeit, eine Ausstellung von Evi Claßen über Symbole auf einem jüdischen Friedhof in Breslau zu sehen. Die Ausstellung ist bis zum 24. November dienstags bis samstags in der Kirche Freiheitstraße zu besichtigen.

Anlässlich des Gedenktags zur Reichspogromnacht am 9. November lud das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage am Sonntag zu einer gemeinsamen Reinigungsaktion der sogenannten Stolpersteine ein, die in Mettmann zur Erinnerung an die Opfer von Vertreibung und Vernichtung während der Zeit des Nationalsozialismus verlegt wurden.

Insgesamt wurden in Mettmann bisher für 14 ermittelte Personen an sieben unterschiedlichen Orten Stolpersteine verlegt. In die Messingoberfläche sind die Namen der Opfer, ihr Geburtsdatum und der Todestag verzeichnet. Der wohl bekannteste von ihnen war der des katholische Priesters und Widerstandskämpfers Johannes Flintrop.

Bei der Reinigungs-Aktion war auch der Historiker Rainer Koester dabei, der unter anderem das Buch "Mettmann unter dem Hakenkreuz" geschrieben hat und einige Hintergrundinformationen zu den einzelnen Personen auf den Stolpersteinen parat hatte. Jens Niklaus von der Mettmanner SPD war ebenfalls vor Ort und half bei der Reinigung tatkräftig mit. "Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, sich daran zu erinnern, wohin Faschismus und Rechtsextremismus führen kann", sagt Niklaus, der selbst einen persönlichen Bezug zum Thema hat. "Mein Großonkel wurde von den Nazis aufgrund seiner Homosexualität nach Auschwitz deportiert und umgebracht".

(chb/cz)
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