| 00.00 Uhr

Mettmann
Sucht bleibt oft im Verborgenen

Mettmann: Sucht bleibt oft im Verborgenen
An einem Info-Stand der Caritas-Suchtberatung erinnerten die Mitarbeiter (v.l.) Claire Dosoudil, Jerome Schneider und Lilian Fischer an Drogenabhängige, die gestorben sind. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Im vergangenen Jahr starben in Mettmann und Wülfrath fünf Menschen an den unmittelbaren Folgen des Drogenkonsums. Am bundesweiten Gedenktag luden Caritas-Suchtberater an einen Info-Stand ein.. Von Klaus Müller

Mit einem Info-Stand auf dem Jubiläumsplatz machte gestern die Caritas Suchthilfe auf den Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige aufmerksam. In Deutschland hat sich der Gedenktag am 21. Juli zum größten bundesweiten Aktions-, Trauer- und Präventionstag im Bereich der Drogen entwickelt. In den beiden Städten Wülfrath und Mettmann, für die die Caritas-Suchthilfe zuständig ist, sind im vergangenen Jahr fünf Menschen an den unmittelbaren Folgen des Drogenkonsums verstorben. "Als Dunkelziffer bleibt dabei die Zahl derjenigen, die durch langfristige Folgen auch des gesellschaftlich anerkannten Alkoholkonsums starben oder keinen Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle hatten", erklärt Jerome Schneider, Streetworker bei der Suchtberatungsstelle der Kreis-Caritas.

Am Info-Stand informierte ein Team aus Mitarbeitern der Caritas Sucht- und der Wohnungslosenhilfe über die verschiedenen Suchterkrankungen und wies auf Angebote und Hilfsmöglichkeiten hin. "Suchthilfe und Wohnungslosenhilfe arbeiten ständig eng zusammen, da Drogenabhängige oft auch große Wohnungsprobleme haben", berichtet Liliane Fischer von der Wohnungslosenhilfe.

Die Suchthilfe kümmert sich aber nicht nur um die direkt Betroffenen, sondern auch um deren Angehörigen. "Es war eben eine Frau hier am Info-Stand, die sich von uns Informationsmaterial hat geben lassen, da sie in ihrem Bekanntenkreis einen Fall von Drogenabhängigkeit hat", berichtet Jerome Schneider. Claire Dosovdil, die für die psychosoziale Betreuung Substituierter zuständig ist, fügt hinzu, dass öfters Angehörige die Suchthilfe aufsuchen, um sich über dieses für sie oft schwer verständliche Thema beraten zu lassen.

Streetworker Jerome Schneider macht deutlich, dass es gerade bei Jugendlichen Drogenabhängigen oft schwer sei, an sie heranzukommen. Während Erwachsene zumeist feste Treffpunkte in den Städten hätten, in Mettmann beispielsweise der Jubi oder in Wülfrath der Busbahnhof in der Innenstadt, sei dies bei Jugendlichen oft nicht der Fall. "Junge Leute treffen sich zu Hause und konsumieren dort ihre Drogen. Da spielt sich also vieles im Verborgenen ab, so dass eine Beratung dieser Klientel nicht einfach ist."

Als Zeichen der Anteilnahme und im Gedenken der Verstorbenen wurden am Info-Stand weiße Rosen verteilt. Zum Abschluss des Gedenktages wurden für die im Kreisgebiet unmittelbar oder an den langfristigen Folgen des Suchtmittelkonsums gestorben Drogenabhängigen schwarze Luftballons steigen gelassen. Angehörige konnten diese Luftballons mit dem Namen des Verstorbenen beschriften.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mettmann: Sucht bleibt oft im Verborgenen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.