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Mettmann
An Tauben scheiden sich die Geister

Tauben füttern ist in Mettmann verboten - zu viel Dreck
Wo immer ein ruhiges Plätzchen zur Landung einlädt, sind Tauben zu finden - auffallend häufig in der Mettmanner Innenstadt. Dort versuchen Mitarbeiter, gegen verbotene Fütterung vorzugehen. Doch Täter zu ertappen, ist schwer. FOTO: dj-
Mettmann. Das Füttern von Tauben ist in Mettmann verboten. Doch daran halten sich nicht alle. Deshalb gibt es viel Dreck und immer wieder Klagen über die Kotspuren an Wänden, auf Wegen und Plätzen. Von Valeska von Dolega

Die einen beschimpfen sie als Ratten der Lüfte, für andere sind sie schützenswerte Lebewesen: Tauben. Weltweit gibt es etwa 300 Arten. Gefühlt befinden sich zurzeit die meisten Tiere in der Stadt Mettmann. Neuralgische Punkte sind in der Oberstadt entlang der Mühlenstraße, rund um die Kö-Galerie und am Jubiläumsplatz.

"Teilweise gibt es richtig lange, aus Körnern gelegte Futterstraßen", sagt Kirsten Kaufung, Mitarbeiterin im Ordnungsamt. Dabei ist das Füttern von Tauben und anderen Wildtieren verboten. So steht es auch in der entsprechenden Gebietsverordnung. Um aber Taubenfütterer verwarnen zu können, muss man sie erwischen. "Wir brauchen klare Angaben", sagt Kirsten Kaufung. "Mutmaßungen helfen nicht."

In sozialen Netzwerken werden immer mal entsprechende Bilder und Texte gepostet. "Am Jubiläumsplatz füttert eine Person weiterhin täglich die Tauben. So etwas ist eine Sauerei", heißt es in einem Eintrag. "Eimerweise befinden sich Taubenexkremente auf Dächern, Gehwegen, Treppen und in Dachrinnen im Bereich Mühlenstraße-Markt-Kirchtreppe. Auch die neue Schieferfassade am Haus Nummer 27 ist schon wieder vollgeschmiert", heißt es in einem Leserbrief Peter Feyens.

Deshalb versucht die Stadt, aktiv zu werden. "In den vergangenen drei Wochen sind mehrfach zwei Außendienstmitarbeiter nachts auf Patrouille gegangen", beschreibt Kirsten Kaufung Maßnahmen, Täter auf frischer Tat zu ertappen. Denn nur dann können je nach Schwere des Falls mündliche Verwarnung, Verwarngeld in Höhe von ab zehn Euro oder auch in schwer- oder langwierigen Fällen, beispielsweise bei bereits vorgewarnten Leuten, Bußgelder verhängt werden. Ebenso kann die Reinigung in Rechnung gestellt werden.

Und die hat es mitunter in sich. Mit Dampfstrahl und Heißdruck versucht man, den ätzenden Exkrementen beizukommen. Über das Kopfsteinpflaster aber lässt sich das schwere Reinigungsgerät nicht bewegen, über den Jubi übrigens auch nicht, weshalb Baubetriebshofmitarbeiter hier quasi von Hand mit Feger und Schippe den Taubendreck einsammeln und entsorgen müssen. "Das sind alles Kosten, die den Steuerzahler belasten."

Jede Taube produziert jährlich etwa zwölf Kilo Nasskot. Unkontrollierte Nistplätze sind Brutstätten für Krankheitserreger und Ungeziefer wie Milben, Zecken, Läuse und Wanzen. Natürlich fällt in diesem Kontext grundsätzlich die Angst vor Ratten. Wie das Problem in den Griff zu bekommen ist, wird seit Jahren diskutiert. Dass rund um Eheschließungen in Standesamt, in der Goldberger Mühle und in der Alten Bürgermeisterei kein Reis mehr geworfen werden darf, ist ein Ansatz. Debattiert wurde auch darüber, ob nicht ein natürlicher Feind der Taube, der Falke, eingesetzt werden könnte. Eine weitere saubere Lösung wäre ein Taubenturm. Darin würden die Tauben gefüttert und zum Brüten angeregt. Die Eier werden dann gegen Attrappen ausgetauscht. Doch der Turm verursacht nicht nur Anschaffungskosten, sondern muss auch betreut werden. Und so bleibt es ein ewiges Thema, wie die ausufernden Taubenpopulationen in den Griff zu bekommen sind.

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Quelle: RP
 
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