| 18.57 Uhr

Mettmann/Erkrath
Teure Schmiererei

Düsseldorf. Der S-Bahnhof in Millrath ist eine Hochburg der Sprayer. Die Bahn geht mit "Null Toleranz" gegen sie vor. Die Regiobahn hat mit der Videoüberwachung gute Erfahrungen gemacht. Von Florian Tesche

Der Lenz ist da und Menschen gehen wieder gerne raus – zum Leidwesen der Deutschen Bahn auch Graffiti-Sprayer, Denn an Bahnhöfen und in Unterführungen sind die Schmierereien, bei denen es den Urhebern oft nur darum geht, ihr persönliches Namenskürzel, so genannte "tags", zu hinterlassen, ein großes Problem. Erkraths stellvertretende Bürgermeisterin Regina Wedding (CDU) ärgert sich seit langem über wenig ansehnliche Wandkünste am Millrather Bahnhof.

"Bahnhöfe sind die Aushängeschilder einer Stadt", so Wedding. Im vergangenen Jahr wurde das Areal zusammen mit Schülern und Künstlern von Graffiti befreit und mit offiziellen Bemalungen neu gestaltet. "In den vergangenen Monaten hat das Problem zwar abgenommen", sagte Wedding, "aber es kann jeden Tag wieder auftauchen."

Erkrather CDU gegen Streichung

Umso erboster seien sie und CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Jöbges über eine Mehrheitsentscheidung des Hauptausschusses, die finanziellen Mittel zur Beweissicherung und Entfernung von Graffiti in Höhe von 12  000 Euro jährlich zu streichen. "So lange der Haushalt noch nicht verabschiedet ist, werden wir weiterhin gegen eine solche Entscheidung ankämpfen", sagte die Bürgermeister-Stellvertreterin. Schließlich zeige sich die Bahn äußerst kooperativ bei der Beseitigung der Schmierereien.

Sicherheitspersonal verstärkt

Bei der Mettmanner Regiobahn hat das Problem im Laufe der Jahre stark abgenommen. Geschäftsführer Ulrich Bergmann führt das auf intensivierte Videoüberwachung sowohl an Bahnhöfen als auch in Zügen, sowie verstärkten Einsatz von Sicherheitspersonal zurück. Tauchen trotzdem Fälle von Vandalismus auf, würden diese sofort öffentlich gemacht. "Wir haben eine hohe Erfolgsquote bei der Fahndung nach Graffiti-Urhebern. Das schreckt ab", sagte Bergmann. Auf Täter warten neben den Reinigungskosten auch noch Verarbeitungsgebühren und Honorare für Rechtsanwälte. "Die Polizei ist an derartigen Vergehen sehr interessiert und geht ihnen direkt nach."

Die Deutsche Bahn informiert auf ihren Internetseiten unter dem Motto "Mach nicht alles kaputt!" über rechtliche Konsequenzen, die auf Verursacher illegaler Schmierereien zukommen und über Graffiti-Kunst, die durchaus auch als optische Aufwertung öffentlicher Plätze zum Einsatz kommen kann. Bei Vandalismus gehe man allerdings mit "Null Toleranz" vor: Beschmierte oder beschädigte Züge werden binnen 24 Stunden gereinigt, um den Verursachern den Erfolg zu nehmen.

In jedem Fall wird Strafanzeige erstellt, die eine "intensive Verfolgung" nach sich zieht.

www.bahn.de/graffiti/view/index.shtml

Quelle: RP
 
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