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Mettmann
Theaterverein bringt "Bye, bye Bundeskanzler" auf die Bühne

Mettmann. Die Uraufführung der Polit-Komödie wird die erste Mettmann-Aufführung innerhalb des neu-gegründeten Bergisches Theaterfestivals sein. Von Valeska von Dolega

In der Öffentlichkeit sind sie charmant, meist weltweit bekannt und erregen aus unterschiedlichen Gründen die Gemüter: Bundeskanzler. Dass deren politisches Geschäft offensichtlich nicht immer bloß langweilig ist, zeigen Bücher wie "House of Cards" oder die dänische Serie "Borgen". Und demnächst das Theaterstück "Bye, bye Bundeskanzler" der Mettmanner Formation TheaterRheinRuhr. Die Plakate sind gedruckt, Flyer in Arbeit, die Proben laufen und Freitag, 8. Mai, soll die Premiere sein. Die zugleich eine Welturaufführung ist. Denn John Schöllgen hat das Stück eigens für den neuen Mettmanner Verein geschrieben.

"Wir wollten die positive Energie aus der "Hamlet"-Arbeit mitnehmen", sagt Regieassistentin Dagmar Grotendorst. "Und weiter zusammenarbeiten." Allerdings nicht an einem so umfassenden Tiefgang-Thema. Weil die Welt voller Intrigen, stürzender Minister und dramatischer politischer Entscheidungen ist, entschied sich die Formation, aus diesen Materialien etwas Eigenes zu schreiben.

Orlanda Schenk sprach John Schöllgen an. "Entstanden ist ein Dreiakter mit klassischem Spannungsbogen." In dessen Mittelpunkt Freiherr von Wittekind steht, ein Mann mit glänzenden Aussichten, Bundeskanzler zu werden. Auf offiziellen Bildern lächelt seine rechtmäßig angetraute Gemahlin an seiner Seite. Nach Feierabend trifft er sich lieber mit der knackigen Praktikantin. Alles läuft gut, auch dank der Wirbeleien des aasigen Assistenten des Kanzlerkandidaten. Spektakulär wird es, als erst ein ominöses Dokument und kurz darauf ein Gegenkandidat auftauchen. "Es wird spannend", aber mehr soll noch nicht verraten werden.

Garniert wird das Ganze mit ein bisschen Musik, "nicht so viel wie bei 'Hamlet'. Dort spielte die Musik ja eine eigene Rolle." Das Bühnenbild, für das Dagmar Grotendorst verantwortlich ist, wird entwickelt. "Dezent und mit klaren Linien." Die Aufgabe bezeichnet sie als "Herausforderung".

Waren es bei der Shakespeare-Inszenierung Akteure verschiedener Sparten, die am Gesamtwerk arbeiteten, ist diesmal alles in fester Vereinshand. "Wir sind diesmal ganz anders aufgestellt."

Daniel Wandelt, Fernsehguckern aus der Serie "Unter uns" bekannt, spielt den Freiherrn, Beate Heinze seine Ehefrau und Melissa Pohlmann die hübsche Praktikantin mit Namen Tabea Wyrch-Chmielnicki. André Klem gibt Edgar Schnabel und Marc-Oliver Teschke Arne Schneeloch, einen Whistleblower.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich im echten Leben unserer Politiker nicht noch etwas so Spektakuläres ereignet, dass die Schauspieltruppe es noch rasch in ihr Stück überführen muss. Ansonsten hält man es wie der Kölner Domprobst und knipst am Ende der Vorstellung einfach das Licht aus. Weitere Termine: 9. und 10. Mai in Mettmann.

Quelle: RP
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