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Kreis Mettmann
Untrieser zieht an Krick vorbei

Kreis Mettmann: Untrieser zieht an Krick vorbei
So sehen Sieger aus: Christian Untrieser (CDU) feierte mit Lebensgefährtin Katrin Oelmann und der CDU-Bundestagsabgeordneten Michaela Noll im Kreishaus. FOTO: R. Matzerath
Kreis Mettmann. Im Wahlkreis 37 (Erkrath, Haan, Hilden, Mettmann) setzte sich Christian Untrieser (CDU) gegen den Landtagsabgeordneten Manfred Krick (SPD) durch. In Wülfrath gewinnt Martin Sträßer gegen Volker Münchow. Von Oliver Wiegand

Die CDU ist klarer Gewinner der Landtagswahl auch im Kreis Mettmann. Manfred Krick (SPD) und auch Volker Münchow (SPD) müssen ihr Landtagsmandat abgeben und Platz machen für Christian Untrieser (CDU) und Martin Sträßer (CDU).

Im Wahlkreis 37 (Erkrath, Haan, Hilden, Mettmann) setzte sich Christian Untrieser klar gegen Manfred Krick durch. Nach Auszählung aller 80 Stimmbezirke lag Untrieser bei den Erststimmen am Ende bei 38,9 Prozent. Im Wahlbezirk 39 (Mettmann, Velbert, Wülfrath) war das Rennen bis zum Schluss sehr spannend. Am Ende siegte Sträßer mit 38,5 Prozent gegen Münchow, der auf 34,0 Prozent kam.

Nach fünf Jahren im Landtag ist Schluss. Manfred Krick (SPD) verlor seinen Wahlkreis und war tief enttäuscht vom Ergebnis. FOTO: Ralph Matzerath

Als Manfred Krick um kurz nach 18.30 Uhr die sechste Etage des Mettmanner Kreishauses betrat, wusste er schon, dass seine Tage als Landtagsabgeordneter für die SPD gezählt sind. "Ich bin sehr enttäuscht über das Ergebnis. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet", sagte Krick sichtlich geknickt. Wer an der derben Klatsche für die SPD nun die Schuld trägt? "Das wäre Kaffeesatz-Leserei", sagte Krick und: "Wir sind mit unseren Themen nicht durchgedrungen." Die SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese wurde da schon etwas deutlicher.

"Ich glaube der Hype um Martin Schulz hat der SPD geschadet, weil die CDU gezielt damit Stimmung gegen uns gemacht hat", sagte Griese. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sei sehr beliebt gewesen, an den Kandidaten vor Ort hätte es auch nicht gelegen, dass diese Wahl so deutlich verloren wurde. Die SPD habe darunter gelitten, dass Hannelore Kraft keinen Wahlkampf gegen die Grünen gemacht habe. Das habe der SPD vor allem bei den wichtigen Themen wie Schule (G8/G9 und Inklusion) sehr geschadet, sagte Griese.

Strahlende Sieger des Abends sind Christian Untrieser und Martin Sträßer. Christian Untrieser wollte seinen Wahlsieg zunächst noch nicht so richtig feiern, weil die Ergebnisse im Kreishaus nur sehr langsam eintrafen. Doch mit jedem gewonnenen Wahlkreis lächelte der 35-jährige Rechtsanwalt aus Erkrath ein bisschen mehr. Untriesers Dank galt vor allem seinem "Team Untrieser", etwa 20 junge Leute, die ihn in den vergangenen Wochen bei den zahlreichen Wahlkampfauftritten unterstützt haben. Sein wichtigstes Projekt im Landtag ist nun die Stärkung des Rechtsstaats durch mehr Polizei und bessere Ausrüstung von Polizisten.

Damit sollen Einbrecher, kriminelle Clans und Extremisten konsequenter bekämpft werden. Offene Ohren findet er damit vor allem bei Landrat Thomas Hendele. "Der zweite Regierungswechsel innerhalb von sieben Jahren hat mich überrascht", sagte Hendele. Allerdings habe er bei vielen Wahlkampfauftritten in den vergangenen Tagen gespürt, dass eine Wechselstimmung in der Luft liege. Hendele hofft, dass die neue Regierung mit Armin Laschet an der Spitze endlich die Gemeindefinanzreform in Angriff nimmt. Darüber hinaus wünscht er sich für den Kreis Mettmann mehr Polizisten. Glückwünsche gab es auch von der CDU-Bundestagsabgeordneten Michaela Noll.

"Ich war in den vergangenen Wochen viel in ganz NRW unterwegs", sagte Noll. Ob in Bad Salzuflen oder in Grevenbroich, sie habe gespürt, dass die Wähler den Wechsel wollen. In Jubellaune war auch die FDP: Dirk Wedel zieht erneut in den Landtag ein und freut sich, dass der Kreis Mettmann erneut eine Hochburg der FDP ist. "Die Wähler haben großes Vertrauen in uns und dafür möchte ich mich bedanken", sagte Wedel.

Noch bis in die Abendstunden um den Einzug ins Parlament gezittert hat die Partei "Die Linke". Michaele Gincel-Reinhardt, Kandidatin aus Erkrath, war schon um 18 Uhr im Kreishaus. Von zunächst fünf Prozent sackten die Zahlen bis auf 4,8 Prozent ab, plötzlich war die Partei nicht mehr im Landtag vertreten.

Neu im Landtag ist die AfD. Der Erkrather Kandidat Herbert Strotebeck steht auf Listenplatz 5 und wird vermutlich in den neu gewählten Landtag einziehen.

Quelle: RP
 
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