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Kreis Mettmann
Wahlkreise stehen für spannende Duelle

Kreis Mettmann: Wahlkreise stehen für spannende Duelle
Kerstin Griese (SPD) versucht es erneut gegen Beyer. FOTO: SPD
Kreis Mettmann. Sie sind Rivalen auf der Polit-Bühne und fahren ihren eigenen Kurs: Kerstin Griese (SPD) und Peter Beyer (CDU) wollen Im Nordkreis wieder in den Bundestag einziehen. Im Süden will Michaela Noll ihr Mandat verteidigen. Von Oliver Wiegand, Norbert Kleeberg und Stephan Meisel

Wenn am 24. September der neue Bundestag gewählt wird, treten im Nordkreis zwei Kandidaten an, die alte Hasen im Parlament sind: Peter Beyer (CDU) möchte ebenso wieder in den Bundestag einziehen wie Kerstin Griese (SPD).

Im Kampf um das Direktmandat war Griese bei der vergangenen Wahl 2013 Beyer mit rund 8,5 Prozentpunkten unterlegen, obwohl sie selbst deutlich mehr Erststimmen erhielt als die SPD Zweitstimmen. Doch der Bundestagswahlkampf ist von bundespolitischen Trends abhängig. Die Kandidaten können den Bürgern zwar versprechen, für was sie sich in Berlin einsetzen, doch wirklich Handfestes kommt erst nach ein paar Jahren dabei heraus.

Bei der letzten Wahl hat Beyer offen zugegeben, vom günstigen Bundestrend für die CDU profitiert zu haben, bei dieser Wahl ist das möglicherweise nicht anders. Werfen wir einen Blick auf den Wahlkreis der Kandidaten, dazu gehören die Städte Heiligenhaus, Ratingen, Velbert und Wülfrath.

Bei der letzten Wahl lag die Beteiligung der 165.000 Wahlberechtigten bei 74,3 Prozent. 2002 und 2005 konnte Griese direkt gegen die CDU-Kandidaten Christian Richartz und Ewald Vielhaus gewinnen, 2009 und 2013 musste sie sich Beyer bei den Erststimmen geschlagen geben. In den vergangenen Jahrzehnten holte Heinz Schemken 1987 und 1990 zweimal nahezu 50 Prozent für die CDU. Eine Hochburg von CDU oder SPD ist der gesamte Nordkreis nicht.

Wobei einzelne Städte schon hervorstechen. In Ratingen gab es 2013 für die CDU 44,8, für die SPD nur 27,8 Prozent bei den Zweitstimmen. Auch bei den Erststimmen in Ratingen konnte sich Beyer gegen die in Ratingen wohnende Griese mit mehr als 50 Prozent (Griese: 33,9 Prozent) durchsetzen. In Heiligenhaus war der Abstand nicht ganz so groß, doch auch hier war die CDU mit 40 Prozent bei den Zweitstimmen besser als die SPD mit knapp 30 Prozent. Sehr viel knapper sieht es in Velbert aus, wo Griese und Beyer mit 40 Prozent bei der letzten Wahl fast gleichauf lagen. Auch bei den Zweitstimmen gab es mit 37,5 Prozent für die CDU und 33,9 Prozent für die SPD ein knappes Rennen. In einer der kleinsten Städte des Kreises, Wülfrath, gewann ebenfalls Beyer (44,5 Prozent) klar gegen Griese (38,2 Prozent). In den 21 Wülfrather Wahlkreisen holte die CDU bei den Zweitstimmen 40,6 Prozent, während SPD auf 32,2 Prozent kam.

Wie sieht es im Süden aus? Hilden, Haan, Mettmann und Erkrath bilden zusammen den Wahlkreis 104 (Mettmann I). Aussichtsreiche Kandidaten für den direkten Einzug in den Bundestag sind Michaela Noll aus Haan (CDU) und ihr Herausforderer Jens Niklaus (SPD), der ebenfalls in Haan wohnt. Michaela Noll hofft auf ihr drittes Direktmandat in der Südhälfte. Bei den beiden vorangegangenen Wahlen hatte sie jeweils im Rennen mit Ex-Ministerpräsident und Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) die Nase vorn. Dabei baute sie den Vorsprung gegenüber Steinbrück vor vier Jahren im Vergleich zu 2009 von 10,6 auf 14,9 Prozentpunkte aus.

Noll (49,5%) übertraf vor vier Jahren den Zweitstimmenanteil ihrer eigenen Partei (43,0%) deutlich. Die Grünen holten 7,6% der Zweitstimmen, die FDP 6,3% und Linke sowie AfD jeweils 5,1%; deren vier Direktkandidaten holten jeweils weniger Stimmen als ihre Parteien. "Es ist nicht egal, ob man über die Landesliste der eigenen Partei in den Bundestag kommt oder ob man den Wahlkreis direkt gewinnt", kommentierte die in Berlin als Familienpolitikerin der Christdemokraten etablierte Rechtsanwältin Noll ihr eigenes Abschneiden. "Das ist ein ganz anderes Gefühl, denn jetzt weiß ich: Ich bin es, von der sich die Leute hier vertreten fühlen!" Die SPD hatte mit der Nominierung des nicht in Mettmann wohnenden Steinbrück vergeblich auf dessen Promifaktor gebaut.

Quelle: RP
 
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