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Mettmann
Wandern durchs Neanderland

Mettmann. Der Neanderland Steig erfreut sich großer Beliebtheit. Er wird ausgebaut. Von Klaus Müller

Rund 235 Kilometer abwechslungsreiche Strecke, Ausblicke und Einblicke in die idyllische Landschaft, unterteilt in 17 Etappen - das ist der Neanderland Steig. Beim erneut sehr gut besuchten Stammtisch des Bürgervereins Metzkausen im Ratskeller stellte Kreisbaudirektor Friedhelm Reusch interessante Details der Strecke vor und ging auch auf die Idee einer Entwicklung und Realisierung dieses für den Kreis Mettmann bahnbrechenden Projektes ein. Reusch hat mit seiner Stabsabteilung den Bau des Neanderland Steiges federführend umgesetzt und zeigte sich stolz auf sein "Baby".

Selbstbewusst verkündete er, dass der Neanderland Steig in der Kategorie ähnlicher Wanderwege in Deutschland in der Bundesliga spiele. "Um in der Champions-League mitzumischen, benötigt es noch einer besonderen Zertifizierung durch den Deutschen Wanderverband", sagte er über das Qualitätsniveau. Diese Zertifizierung werde in Kürze angestrebt. Qualitätsmerkmale für die Zertifizierung seien unter anderem das Wegeformat (Wegeführung, Belag, Breite), Wegebeschilderung (Wegweiser, Markierung), Natur/Landschaft, Kultur und Zivilisation. Beim Punkt Zivilisation sei ein Kriterium das Umfeld. "Dem Umfeld zugerechnet wird der Lärmschutz. Da haben wir noch ein Problem, da der Steig zum Teil in der Nähe des Flughafens Düsseldorf vorbeiführt", sagte Reusch. Er sei aber zuversichtlich, eine Lösung zu finden.

Reusch machte deutlich, dass der Neanderland Steig einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftsförderung im Kreis Mettmann leiste. Vor allem die Gastronomie und der Tourismus im Neanderland würden in besonderer Weise von diesem Wanderweg, der nicht nur durch den Kreis Mettmann, sondern auch an angrenzenden Regionen vorbeiführt, profitieren. Dies begründe sich mit der Vielzahl der Wanderer, die selbst aus den Benelux-Ländern anreisen, um ein- oder mehrtägige Wanderungen durchzuführen. "Das ist mit einer großen Wertschöpfung verbunden." Friedhelm Reusch verweist auf Umfragen bei Landwirten. Diese hätten darauf hingewiesen, dass an ihren Höfen früher rund 50 Wanderer in der Woche vorbeigekommen sind. Heute seien es durchschnittlich 80 bis 100 pro Tag. Er betont, dass früher hauptsächlich ältere Menschen regelmäßig gewandert sind. Das habe sich mittlerweile aber geändert.

"Innerhalb von 13 Jahren ist das Durchschnittsalter der Wanderer in Deutschland von 63 auf 38 Jahre gesunken", so Reusch. Er merkte an, dass der Neanderland Steig für Politik und Verwaltung des Kreises Mettmann längst zu einer Erfolgsgeschichte geworden sei.

Quelle: RP
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