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Mettmann
Was Dichter übers Essen schreiben

Mettmann. Die Theatergruppe "Mimento" las und spielte launig im evangelischen Gemeindehaus. Von Thomas Peter

"Heute mal keine Rockmusik", stellte Pfarrer Ernst Schmidt fest. Die Veranstaltungsreihe "Kultur im Treppenhaus" versucht seit 2014, abwechslungsreich Musik, Film und Theater abzudecken. Diesmal war die Theatergruppe "Mimento" zu Gast und hatte eine szenische Lesung mitgebracht, bei der sich alles rund um Essen und Trinken drehte.

Die Bandbreite reichte von kurzen Zitaten großer Staatsmänner über Gedichte bis zu vierstimmigen Sketchen. "Da es eine Lesung ist, werden wir die Texte in der Hand halten. Sollten wir aus Versehen etwas auswendig vortragen, nehmen sie es uns bitte nicht übel", scherzte Michael Scholten. Zusammen mit seinen Kollegen Carola Garbe-Bresztowszky, Ulrike Hallen-Scholten und Bernd Pohl begann er mit einem launigen Schwank in russischem Akzent, den man mit "Klatsch und Tratsch" zusammenfassen könnte. Von "Omsk über Minsk bis Umsk" ging es um davonpreschende schwarze Stuten und aus-dem-Bett-springende Liebhaber, aber immer "russisch, echt russisch". Am Ende stand die Erkenntnis, wie das Stroganoff-Filet entstanden sei. Nach Max Goldt ist die Lösung für alle Probleme "Tun Se Senf drauf", und Winston Churchill wusste entgegen aller Gesundheitsfanatiker: "Man soll dem Leib etwas Gutes tun, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen". Anders sieht es "Die etwas andere Schöpfungsgeschichte", in der sich Gott und Satan einen Wettstreit liefern. Gott schuf nach und nach alles, was gut und gesund sei, der Teufel hielt jedes Mal mit Mövenpick, McDonald's und Fernsehen dagegen. Neu im Team ist Bettina Meisberger, die die Vier am Klavier begleitete. So wurde Heinrich Heines Sinnieren über Küche und Frauen verschiedener Länder mit den jeweiligen Nationalhymnen noch lebendiger, und das "Diätlied" von Robert Gerhardt hatte seine akustische "Ohrfeigenbegleitung", wann immer Michael Scholten etwas Ungesundes "essen" wollte. In der Pause gab es Wein und Schnittchen, so dass die Gäste nicht nur zufrieden, sondern tatsächlich satt nach Hause gingen.

Quelle: RP
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