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Erkrath
Weg wird teurer als gedacht

Düsseldorf. Weil unerwartet Kabel der Deutschen Bahn beim Bau eines Wirtschaftswegs im Boden gefunden wurden, muss die Stadt nun für die Verlegung rund 200 000 Euro mehr bezahlen. Politiker fühlen sich schlecht informiert. Von Oliver Wiegand

Der Ausbau eines rund 300 Meter langen Wirtschaftswegs neben dem Gelände der Firma Seco-Tools in Alt-Erkrath kommt die Stadt nun teurer zu stehen, als erwartet. 205 000 Euro müssen unvorhergesehen und zusätzlich bezahlt werden. Grund: Beim derzeitigen Bau des Wegs sind im Boden Kabelanlagen der Deutschen Bahn gefunden worden.

Zugang zum Wald nötig

Die Kabel steuern den Eisenbahnverkehr zwischen Wuppertal und Düsseldorf und sind unverzichtbar. Ebenso unverzichtbar ist allerdings der Weg, zu dessen Bau sich die Stadt Erkrath vertraglich verpflichtet hat. Eigentlich sollte der neue Weg, zudem auch ein Wendekreis für Lkw gehört, 450 000 Euro kosten. "Dort können große Transporter wenden. Das war bislang nicht möglich und kommt dem ganzen Gewerbegebiet zugute", erklärt Kämmerer Heribert Schiefer, der kürzlich im Rat die unangenehme Aufgabe hatte, die Kostensteigerung zu erläutern. Grundsätzlich gehe es beim Bau des Weges darum, dass Waldbesitzer und Spaziergänger einen Zugang zum Wald hätten.

Die Firma Seco-Tools selbst würde den Weg nicht nutzen und hat die rund 1000 Quadratmeter, die zur Erstellung des Weges nötig waren, der Stadt überlassen. Mit Gästen aus Wirtschaft und Politik sowie Mitarbeitern aus ganz Deutschland und Österreich feierte die Firma Seco Tools vor ziemlich genau einem Jahr den ersten Spatenstich für ein neues Kompetenz-Zentrum am Steinhof 24.

Seit 41 Jahren in Erkrath

Das schwedische Unternehmen ist seit knapp 41 Jahren in Erkrath ansässig und hat dort seine deutsche Zentrale für bundesweite und internationale Geschäfte. Auf dem 25 000 Quadratmeter großen Firmengelände investiert Seco Tools stolze 16 Millionen Euro. Die Fertigstellung des Gebäudekomplexes ist für den Herbst dieses Jahres geplant. So weit so gut – doch den Politikern im Rat stieß die unvorhergesehene Ausgabe sauer auf. Doch die Einsicht in das Unvermeidbare kam ziemlich schnell, denn Erkrath wird es sich nicht leisten können, ein Unternehmen das 16 Millionen Euro am Standort investiert, zu verärgern. Obwohl Kämmerer Schiefer betont, der Weg komme nicht ausschließlich der Firma-Seco Tools zu gute.

Ein fehlender Bebauungsplan, die unmittelbare Lage am Naturschutzgebiet und ein öffentlicher Wanderweg hatten den Baubeginn verzögert. "Es war ein langer Weg, aber am Ende entscheidet das Ergebnis", sagte Helmut Bertermann, der kaufmännische Geschäftsleiter, vor einem Jahr als das Neubauprojekt endlich in trockenen Tüchern war.

Quelle: RP
 
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