| 00.00 Uhr

Kreis Mettmann
Weihnachtsfeiern: Ein "Danke" an Mitarbeiter

Kreis Mettmann. Viele Unternehmen im Kreis Mettmann feiern Weihnachten mit ihren Beschäftigten. Doch die Gastronomie spürt auch kleinere Budgets. Von Uwe Reimann und Valeska von Dolega

Früher war nicht nur mehr Lametta, wie Loriot sagt. Früher wurden Weihnachtsfeste auch intensiver gefeiert. Firmenveranstaltungen waren wesentlich opulenter von den Betrieben gestaltet worden. Heute sind viele Unternehmen im Kreis Mettmann sparsamer beim Thema "Weihnachtsfeiern für Mitarbeiter".

"Das ist klar weniger geworden", bilanziert Kerstin Krämer. "Das zog sich bereits durchs ganze Jahr und gilt auch für die Weihnachtsveranstaltungen", sagt die Chefin des Landhotels Krummenweg in Ratingen. Die Budgets der Firmen sind kleiner geworden und deshalb mietet nicht mehr jede große oder mittelständische Firma einen Saal in der Gastronomie für besinnliche Stunden mit der Mitarbeiterschaft.

Eine Tendenz, die Kollege Ingo Hopmann aus der "Olive" in Erkrath bestätigt. "Große Firmen feiern ja mal hier und mal da", weiß er. "Aber zunehmend im kleineren Rahmen." Seine Vermutung: "Ich glaub', da wird gespart". Es sei nicht alles mehr wie in früheren Zeiten steuerlich absetzbar. Nach wie vor kommen mittelständische Betriebe und auch kleinere Teams aus Arzt-, Notar- oder Anwaltspraxen machen sich am Erkrather Ziegeleiweg einen schönen Abend. "Aber eben nicht mehr in einem so großen Maße wie früher", sagt Hopmann.

Dabei hat es manchmal einfach mit der Größe des Unternehmens zu tun. DKV Euro Service feiert mehr eine Jahresabschluss- als Weihnachtsfeier. Das hat auch mit den Arbeitsabläufen zu tun, denn zum Jahresende sind die Mitarbeiter mit vielen terminlichen Aufgaben beschäftigt. Das rasant gewachsene Unternehmen mit 400 Mitarbeitern in Ratingen (700 weltweit) hat auch bei den Mitarbeiterfeiern stetig draufgesattelt. Die Bindung der Angestellten ans Unternehmen, die Nähe von Firma und Mitarbeiter ist für DKV wichtig, sagt Sabine Nixtatis von der Marketingabteilung. Sie organisiert das jährliche Fest, zu dem auch Mitarbeiter aus dem Ausland mitunter einfliegen.

Das bei Essen und Genuss stärker kalkuliert wird, als in unbeschwerten Zeiten, weiß auch Frank Hamann. Seine "Kutscherstuben" im Wülfrather Stadtteil Düssel ist perfekt für Gruppen von bis zu 15 Menschen. "Raum für Riesenfeiern haben wir nicht." Aber während in der Vergangenheit keiner bei der Speisenauswahl auf den Preis guckte, ist das anders. "Auch das Trinkverhalten hat sich verändert." Während in unbeschwerten Zeiten gerne noch eine Runde nachbestellt wurde, ist jetzt früher Schluss. Denn: Bei manchen Firmenfeiern übernimmt der Chef lediglich die Kosten fürs Essen. Was dazu getrunken wird, müsse jeder selbst bezahlen.

Beim Lenksystemhersteller Tedrive Steering in Wülfrath gebietet das Drei-Schicht-System spezielles Feiern. Der Schichtbetrieb steht einmal zwei Stunden still. Dann treffen sich die Mitarbeiter zum besinnlichen Weihnachtsessen im Betrieb. Das Unternehmen bezahlt. "Wir wollen den Mitarbeitern Danke sagen und unsere Wertschätzung zeigen", sagte Tedrive-Steering-Sprecherin Britta Lange-Stolle. Sie kennt aber auch die privaten Aktionen, die es in vielen Unternehmen gibt: Hat das Unternehmen kein Budget für eine Weihnachtsfeier, laden nicht selten Vorgesetzte ihre Mitarbeiter auf eigene Kosten ein. Eine frühere Personalchefin habe zum Beispiel einmal zum Jahresabschluss preiswerte Flugtickets für einige Mitarbeiter gekauft und sie zum Tagesausflug eingeladen.

Beim Automobilzulieferer Georg Fischer in Mettmann lädt man traditionell die Kinder ein. Zur Nikolausfeier, bei der der muslimische Mitarbeiter Alki Aksu den Nikolaus mimt. Die Kleinen bekommen Tüten, Süßigkeiten hier und dort und mit den Eltern gemeinsam ein paar Stunden: Die Firma zahlt das. 80 Kinder waren an diesem Wochenende wieder zur Feier eingeladen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kreis Mettmann: Weihnachtsfeiern: Ein "Danke" an Mitarbeiter


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.