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Mettmann
Warum der Wein trotz Hitze schmeckt

Weinsommer Mettmann: Warum der Wein trotz Hitze schmeckt
Die Bürgermeisterkandidaten probieten, es schmeckte: Ziad Moughrabi, Thomas Dinkelmann, Norbert Dannscheidt und Andrea Rottmann (von rechts). FOTO: Blazy, Achim (abz)
Mettmann. Die Gäste des Mettmanner Weinsommers lassen sich von den hohen Temperaturen nicht abschrecken. Von Lars Mader

Als aus den Boxen orientalische Tanzmusik wummert, klatschen viele Gäste mit. Die Bauchtanzgruppe auf der Bühne gibt alles, die Stimmung ist hervorragend. Doch am Himmel brauen sich dunkle Wolken zusammen. Ein kräftiger Regenschauer und ein paar laute Donnerschläge sorgen gestern Nachmittag dafür, dass es rund um die Kirche schnell leerer wird. Einige Händler packen schnell die Zelte ein, haben offenbar Angst, dass "richtig was runter kommt".

Der Weinsommer ist beliebt und spätestens eine Stunde nach Eröffnung der sechsten Auflage zeigte sich bereits am Freitagabend, dass dessen Faszination nicht von ungefähr kommt. Als zur besten Sendezeit die ins Mettmanner Herz geschlossenen Boogie-Woogie-Allstars um Ben Waters und Stefan Ulbricht ihre Instrumente voll ausspielten, umkreisten dicht an dicht schreitende Menschen, gleich einer gemütlichen Genießerprozession, die Lambertuskirche.

Zuvor hatte Festorganisator Jens-Christian Holtgreve vom veranstaltenden Verein Mettmann-Impulse zum Weinglasanklingen Bernd Günther auf die Bühne gebeten. Im Plaudergespräch auf dem Markt war der Bürgermeister für seine unterstützende Rolle beim Zustandebringen des Festes gelobt worden. Von der Bühne mahnte Günther aus Erfahrung früherer warmer Weinsommertage: "Man sollte bei dem zweiten oder dritten Glas aufpassen. Wenn man dann in der Sonne steht, kann das richtig reinschlagen." Auf seine endende Amtszeit anspielend, scherzte er: "Ich komme nächstes Jahr wieder. Das ist eine Drohung."

Im geblümten Sommerkleid schritt die bekrönte Rheinhessische Weinkönig Isabell Willersinn zur Degustation: "Ich hatte in diesem Jahr noch kein Weinfest bei Hitze. Doch auch hier herrscht durch den Luftzug eine sehr angenehme Atmosphäre. Es fühlt sich nicht so heiß an, wie es wirklich ist." Im Laufe des Jahres besucht die 25-Jährige rund 50 Weinfeste und verfügt als Jungwinzerin über die Expertise: "Das optimale Trinkwetter liegt bei 25 Grad." Ob ihre Königinnenzeit, welche sehr trocken begonnen hat, einen herausragenden Jahrgang hervorbringen wird, lässt sich noch nicht prognostizieren: "Es kommt drauf an, wie das Wetter im Herbst wird."

Und luftiger Weißwein wurde durch die Hitze auch zum Trendtipp des Weinsommers 2015. Winzerin Sabine Wagner vom rheinhessischen Öko-Weingut Keiper-Wagner trinkt ihren 2014er Sauvignon Blanc: "Er ist fruchtig und leicht, so wie es bei dem Wetter sein sollte. Aber die Sorte macht auch viel Arbeit. Es müssen Triebe und Trauben herausgeschnitten und es muss entblättert werden. Dann wird mehrmals selektiv gelesen. Das ist schon ziemlich zeitintensiv, gibt aber sehr schöne, fruchtige goldgelbe Trauben. Wenn die Qualität stimmt, hat man im Keller keine Arbeit, sondern kann den Dingen ihren Lauf geben."

Quelle: RP
 
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