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Mettmann
Wendende Busse stören Anwohner

Mettmann: Wendende Busse stören Anwohner
Der Buswendeplatz war ursprünglich nicht auf dem südlichen Teil des Seibelparkplatzes vorgesehen. Auf der schmalen Straße wird es eng. FOTO: Petra Postert-Burger
Mettmann. Bürger werfen der Stadt vor, dass der Seibelparkplatz entgegen früherer Ankündigungen als Buswendeplatz genutzt wird. Wartende und wendende Busse sorgen für Lärm. In der Stadt fehlen nach wie vor kostenfreie Parkplätze. Von Oliver Wiegand

Petra Postert-Burger dachte zunächst an einen schlechten Scherz. Doch als die Motorengeräusche immer deutlicher zu vernehmen waren, schaute sie nach und tatsächlich: In unmittelbarer Nähe zu ihrem Einfamilienhaus am Mettmanner Schellenberg ist ein Buswende- und Parkplatz eingerichtet worden.

"Wir sind stocksauer", sagt Petra Postert-Burger und spricht damit für viele Anwohner, die mit dieser Situation am Schellenberg überhaupt nicht gerechnet haben. Denn noch vor etwas weniger als zwei Jahren war im Verkehrsausschuss der Stadt Mettmann folgendes besprochen worden. "Nach Abschluss der Bauarbeiten wird der heutige Parkplatz von der Seibelquerspange geteilt. Der verbleibende südliche Teil des Parkplatzes kann nach wie vor zu Parkzwecken genutzt werden", so die Verwaltung im Januar 2013. Der übrige Teil dient als Buswendeplatz. Auf eben diesem "südlichen Teil" und damit direkt vor der Haustür vieler Bewohner sei aber jetzt ohne jede Ankündigung der Buswendeplatz eingerichtet worden.

Ebenfalls nicht angekündigt oder geplant: Die Bushaltestelle, die jetzt am Schellenberg gebaut wird. FOTO: Dietrich Janicki

Die Busse fahren von morgens um 4 bis nachts um 23 Uhr. Im Einsatz seien sechs Linien, das mache 152 Busse am Tag. Die Straße sei überhaupt nicht dafür ausgelegt, dass dort die Busse wenden. Dazu kommt, die Fahrer lassen ab und an die Motoren laufen, um möglicherweise die Heizung in Betrieb zu halten. Dazu kommt: Auf der schmalen Straße wird ohne jede Vorankündigung auch noch eine Bushaltestelle gebaut.

Die Anwohner sind enttäuscht und haben sich an Stadt und Politik gewandt. Ihrer Ansicht nach sei das Gebiet als "Verkehrsfläche mit besonderer Zweckbestimmung - öffentliche Parkfläche" im Bebauungsplan vermerkt. Der Vorwurf an die Stadt: Lässt die Verwaltung den Platz zum dauerhaften Buswendeplatz umbauen, missachtet sie den im Bebauungsplan fixierten Willen des Rats. Jeder Bürger müsse sich an einen gültigen Bebauungsplan halten. Das sollte doch eigentlich auch für die Verwaltung gelten, so die Anwohner. Selbst auf dem großen Baustellenschild sei eindeutig nachzulesen, dass der Buswendeplatz an dieser Stelle eben nicht vorgesehen ist.

In der Politik ist das Thema bereits angekommen. "Man muss den Eindruck haben, dass die Verwaltung hier sowohl die Bürger, als auch den Rat vor vollendete Tatsachen stellen will. Auf meine Nachfrage in der Sache wurde der Sachverhalt zumindest stark verharmlost", sagt Andrea Rottmann (SPD). Die Sozialdemokraten wollen ebenso wie die Grünen in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses endlich Klarheit, wie es weiter geht.

Die Stadt sagt auf Nachfrage der RP, sie habe bereits im Frühsommer vergangenen Jahres über die geänderten Pläne informiert, sagt Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec. Grund: Die Rheinbahn hätte Bedenken gegen den ursprünglichen Standort auf dem nördlichen Teil des Parkplatzes gehabt, so Geschorec weiter.

Man habe allerdings nicht damit gerechnet, dass der Buswendeplatz auf so viel Widerstand und Unmut in der Bevölkerung treffe. Nun wolle man versuchen, gemeinsam mit Rheinbahn und den Anwohnern eine für alle einvernehmliche Regelung zu schaffen, so Geschorec. Der Ausschuss tagt am 6. Mai.

Quelle: RP
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