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Mettmann
Weniger Kinder geboren

Düsseldorf. Die Zahl der Eheschließungen hat in 2009 zugenommen, berichtet Bernd Klein-Ilbeck. Leiter des Mettmanner Standesamtes. Eltern nennen ihre Kinder häufig Jan oder Sophie. Von Ulla Pantel

Die Zahl der Eheschließungen hat in Mettmann zugenommen, die Zahl der Geburten abgenommen, berichtet Bernd Klein-Ilbeck, Leiter des Mettmanner Standesamts. Es gab in 2009 163 Eheschließungen (2008 waren es 150) und eine Schließung einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft. 355 Kinder wurden in Mettmann geboren (60 weniger als 2008), wobei 35 Prozent der Eltern in umliegenden Städten wohnen. 33 Personen wurden eingebürgert. Die Zahl der Todesfälle ist im Vergleich zum Vorjahr mit 527 Verstorbenen gleich geblieben.

Weniger normal findet der Standesbeamte die Entwicklung bei der Namensgebung: "Es wird immer doller", sagt er. "Oft müssen wir die Eltern bitten, noch einen zweiten Vornamen zu wählen, damit überhaupt das Geschlecht des Kindes erkennbar wird." Während exotischen Namen wie etwa "Finas" selten vergeben werden, klingen die statistisch am häufigsten gewählten Namen recht bodenständig: Sophie, Marie und Anna dominierten bei den Mädchen, bei den Jungen Jan, Tim und Tobias.

"Viele denken, Standesbeamte nehmen nur Trauungen vor, aber tatsächlich machen Hochzeiten nur zehn Prozent unserer Arbeit aus." Geburten und Einbürgerungen, Hochzeiten, Scheidungen und Todesfälle müssen registriert und beurkundet werden. Standesbeamte müssen auch die Rechtsgültigkeit von Ehen prüfen, Vaterschaften eintragen und klären, ob ein nicht ehelich geborenes Kind entsprechend der neuen Regelungen den Nachnamen des Vaters erhalten soll. Viel Arbeit haben die Standesbeamten bei Eheschließungen und Namenseinträgen von ausländischen Mitbürgern. "Die Namensführung muss nach ausländischem Recht geprüft werden, und die ist teilweise sehr unterschiedlich. In Spanien oder Osteuropa gelten ganz andere Regeln." Wenn Urkunden aus orientalischen, asiatischen oder afrikanischen Ländern geprüft werden müssen, wird es besonders kompliziert.

Über ein Drittel der neu geborenen Kinder stammt von ausländischen Paaren. Hier ist bei der Namensgebung nicht nur die Prüfung der Vornamen, sondern auch der Nachnamen nach ausländischem Recht aufwendig. Immerhin: "Die Zusammenarbeit mit den polnischen Behörden ist sehr viel leichter geworden. Das ist vor allem auch für die Vertriebenen sehr erfreulich."

Umstellen mussten sich die Standesbeamten auf ein neues Personenstandsgesetz. Ein Schwerpunkt der Reform liegt in der Einführung von elektronisch geführten Personenstandsregistern.

Quelle: RP
 
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