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Rp-Serie Die Spezialisten
Wenn Arbeit und Stress krank machen

Rp-Serie Die Spezialisten: Wenn Arbeit und Stress krank machen
Eric Hempel (l.) ist Chefarzt der neuen Klinik für Psychosomatik. Er wird eng mit Ulrich Meincke zusammenarbeiten. FOTO: Achim Blazy
Mettmann. Der neue Fachbereich Psychosomatik am Helios-Klinikum arbeitet eng mit Psychiatrie und Psychotherapie zusammen. Von Stefan Mülders

NIEDERBERG "Ich habe in den vergangenen Monaten seit der Übernahme durch den Helios-Konzern immer ein bisschen neidisch auf die somatischen Kliniken geblickt, die kontinuierlich spezialisiert und weiterentwickelt wurden", sagt Dr. Ulrich Meincke, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Helios-Klinikum Niederberg, mit einem leichten Schmunzeln. "Und jetzt ist endlich auch der psychiatrische Bereich dran."

Mit der im Aufbau befindlichen psychosomatischen Klinik unter Leitung von Dr. Eric Hempel bekommt das Klinikum einen Fachbereich dazu, der eine diagnostische Brücke schlagen kann zwischen psychischen und somatischen Erkrankungen - und damit auch die Fachbereiche untereinander noch stärker vernetzt. Hempel wird zeitgleich die psychosomatischen Teams in Velbert und Duisburg aufbauen, wo ebenfalls diese neue Fachklinik entsteht. "Wir sind damit eine der ersten Kliniken in der Region, die dem Konzept der Bezirksregierung folgen, ein psychosomatisches Angebot vorzuhalten", sagt Meincke. "Es ist wirklich wichtig für unsere ganze Abteilung, dass wir nun auf die Expertise von Dr. Hempel im Bereich Psychosomatik zurückgreifen können. So runden wir unser therapeutisches Angebot ab."

Geplant ist deshalb eine enge inhaltliche und räumliche Kooperation zwischen Meincke und dem neuen Chefarzt Dr. Eric Hempel. Daher war Ersterer auch an der Auswahl des jungen Kollegen beteiligt. "Die beiden Kliniken werden sich sehr gut ergänzen und auch die Somatik wird sich glücklich schätzen können, ein derartiges Angebot im Haus zu haben." Schwerpunkte werden unter anderem Essstörungen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen und arbeitsbedingte Erkrankungen sein. "Dabei denken wir an Überlastungen, Zusammenbrüche und den Umgang mit Stress", erklärt Hempel.

Die Psychosomatik betrachtet den Menschen als Ganzes und wird insbesondere bei unklaren somatischen Symptomen eine sehr gute Ergänzung zum bestehenden Behandlungsspektrum am Velberter Klinikum sein. "Seelische und körperliche Beschwerden beeinflussen sich gegenseitig. Dauerstress kann krank machen und dauerhafte Schmerzen können eine seelische Belastung hervorrufen." Eine typische psychosomatische Erscheinung könne beispielsweise eine Panikattacke sein. Die Betroffenen verspürten Schwindel und litten unter Herzrasen. Hierfür sei dann oft keine körperliche Ursache zu finden. "Das autonome Nervensystem nimmt in diesem Moment das Heft in die Hand und die Betroffenen sind machtlos gegenüber Bluthochdruck und schwitzigen Händen", weiß der neue Chefarzt.

"Die Zusammenstellung der Teams und die Koordination der Besprechungen wird sicher eine Herausforderung für mich, aber das ist in erster Linie eine organisatorische Frage. Da wird es auch auf darauf ankommen, dass die jeweiligen Leitungsebenen sehr gut funktionieren und Dr. Hempel sich auf sie verlassen kann", ergänzt Klinikum-Geschäftsführer Dr. Niklas Cruse. In der Startphase kann die Psychosomatik auch auf bestehende Strukturen und Personal zurückgreifen. So stehen Therapieteams und Räumlichkeiten bereits zur Verfügung. Dennoch wird die Psychosomatik als eigene Klinik mit eigener Chefarztverantwortung und eigenem Personal aufgebaut.

"Die Erfahrung zeigt, dass der Behandlungsbedarf steigt, wenn das Angebot erst mal vorhanden ist", sagt Cruse. "Insofern werden wir den Personalbedarf sukzessive anpassen." Und das gilt auch für die Räumlichkeiten. Zunächst sind benötigte Betten auf mehrere Bereiche verteilt, parallel wird aber bis Jahresende noch in den Altbau investiert und für 60 Betten umgebaut.

"Wir rechnen aber mit einem deutlich höheren Bedarf, der in den Neubau auch bereits eingeplant ist", sagt Cruse.

Quelle: RP
 
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