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Kreis Mettmann
Wenn das Herz unter Stress gerät

Kreis Mettmann: Wenn das Herz unter Stress gerät
Herzspezialist Dr. Karl-Friedrich Schmitz hält heute im Ärztehaus an der Mülheimer Straße einen Vortrag. FOTO: RP-AF. Achim Blazy
Kreis Mettmann. Am heutigen Mittwoch informieren Spezialisten aus Ratingen über Diagnose, Therapie und Risikovorsorge.

Sie sind als "stille Killer" bekannt und werden häufig unterschätzt, mit fatalen Folgen für viele Millionen Betroffene: Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinspiegel können unerkannt und unbehandelt zu einer Gefahr für Herz und Gefäßsystem bis hin zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder plötzlichem Herztod werden. Um die Bevölkerung über die Risiken und aktuelle Möglichkeiten der Diagnose, Therapie und Risikovorsorge aufzuklären, startet zum November die Deutsche Herzstiftung ihre bundesweiten Herzwochen 2016 unter dem Motto "Herz unter Stress". Auch Ratingen ist wieder mit einer eigenen Veranstaltung dabei. Der Ratinger Herztag wird dabei erneut als Gemeinschaftsprojekt von Dr. Karl-Friedrich Schmitz (Praxis für Kardiologie Ratingen), dem Sankt Marien Krankenhaus, sowie Klaus Schmerbach von der Deutschen Herzstiftung durchgeführt. "Damit unser Herz täglich 7.000 Liter Blut durch unser Gefäßsystem pumpen kann, um Organe und Muskeln mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen, müssen wir Herz und Gefäße vor der gefäßschädigenden Wirkung von Bluthochdruck, Diabetes mellitus, hohen Cholesterinspiegeln und Stress schützen", warnt der Herzspezialist Dr. Karl-Friedrich Schmitz (Praxis für Kardiologie Ratingen).

Schätzungsweise 20 Millionen Erwachsene in Deutschland haben Bluthochduck, vier Millionen Betroffene wissen nichts von ihrer Erkrankung. Etwa sieben Millionen Menschen leiden an Diabetes mellitus. Viele Millionen Betroffene haben zu hohe Cholesterinspiegel im Blut. Das Tückische ist: Bluthochdruck wird von den Patienten lange nicht gespürt und fällt häufig erst auf, wenn er Organschäden verursacht hat. Oder Diabetes: Übergewicht, falsche Ernährung und Bewegungsmangel begünstigen eine Diabeteserkrankung. Eine beginnende Zuckerkrankheit verläuft - wenn überhaupt - nur mit geringfügigen Symptomen, z. B. starkem Durst und Abgeschlagenheit.

Aber Diabetes beschleunigt die Schädigung der Gefäßinnenhaut der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose). Das Herzinfarktrisiko steigt bei Diabetikern gegenüber Nicht-Diabetikern um das Sechsfache bei Frauen und um das Zwei- bis Vierfache bei Männern. Ohne Beschwerden können auch hohe LDL-Cholesterinspiegel vorliegen, während sie schleichend das Infarktrisiko erhöhen, indem sie Gefäßveränderungen in den Arterien des Herzens und auch in Hirnarterien mit der Bildung von Ablagerungen in diesen Gefäßen (Plaques) verursachen. "Diese Beschwerdefreiheit verleitet dazu, diese Krankheiten auf die leichte Schulter zu nehmen und eine Therapie zu vernachlässigen. Selbst wenn Patienten in Behandlung sind, sind sie häufig nicht ausreichend therapiert, weil ihre Medikation nicht gut eingestellt ist", berichtet Sylvia Kaniewska, Kardiologische Oberärztin am Sankt Marien Krankenhaus. Dabei sind diese Krankheiten bei frühzeitiger Diagnose mit Medikamenten und einer Lebensstiländerung gut beeinflussbar. Bluthochdruck entsteht durch das Zusammenspiel erblicher Anlagen und ungünstiger Lebensstilfaktoren wie Übergewicht, zu hohe Salzzufuhr, Bewegungsmangel, zu viel Alkohol und Rauchen, die den Blutdruck nach oben treiben. Eine Umstellung des Lebensstils durch Normalisierung des Körpergewichts, regelmäßige Ausdauerbewegung (5-mal pro Woche je 30 Min.), Salzzufuhr von maximal 5 Gramm täglich, gesunde Ernährung mit Gemüse und Obst (kaliumreich), frischen ballaststoffreichen Zutaten wie in der Mittelmeerküche kann zur Vorbeugung des Bluthochdrucks und Diabetes, aber auch zur positiven Beeinflussung einer bestehenden Erkrankung beitragen. Diese Themen und weitere Facetten werden beleuchtet. Um 18 Uhr im Seminarzentrum des Ärztehauses auf der Mülheimer Str. 37 werden folgende Vorträge geboten: Herzerkrankungen im Zusammenhang mit Bluthochdruck und Cholesterin (Dr. Karl-Friedrich Schmitz), Diabetes und das Herz (Oberärztin Sylvia Kaniewska).

Nach den Vorträgen besteht für alle Teilnehmer auch die Möglichkeit zur Diskussion. "Wie immer wird bei unseren Veranstaltungen jede Frage aus dem Publikum gerne beantwortet", so Chefarzt Dr. Markus Freistühler (Innere Medizin, Sankt Marien Krankenhaus), der als Moderator durch den Abend führen wird. Das Ende der Veranstaltung ist für 19.30 Uhr geplant.

Quelle: RP
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