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Mettmann
Wetteifern um die Krone der Vorleser

"Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten und es wehte nur noch ein laues Lüftchen": Die Erwachsenen unter den 83 Zuhörern in der Bibliothek lehnten sich bei diesem Satz gestern zurück; manche mit einem leisen Seufzer.

Amelie Kirst, Johannes Knoblich, Esterella Ombioyo und Lisa Schneider aus den vierten Klassen sowie Max Hagemeyer, Johanna Köhler und Laura Werner aus den sechsten Klassen der Gymnasien und der Realschule aber saßen kerzengerade auf dem Stuhl. Für sie ging es um die Krone der besten Vorleser der Stadt. Johannes Knoblich (GGS "Am Neandertal") gewann den Wettbewerb um Buchstaben und Bilder im Kopf bei den Grundschülern. Johanna Köhler vom Konrad-Heresbach-Gymnasium vertritt Mettmann am 15. Februar in Wülfrath beim Regionalwettbewerb.

"Ich habe keine besondere Technik, sondern lese einfach drauflos", übte sich Johanna in perfektem Understatement. So richtig heiß geworden sei ihr erst, als sie wieder im Zuhörerraum saß, sagte sie. Bibliotheksleiterin Imke Lucka hatte den Stadtentscheid mit der Bibliotheks-Besatzung gut vorbereitet. Zunächst lasen die Kinder fünf Minuten aus einem Buch eigener Wahl; auch um sich an Mikrofon, Raum und Zuhörerschaft zu gewöhnen. Dann wurde es mit drei Minuten Überraschungstext ernst: lesen, verstehen, vortragen - alles auf einmal.

Die städtische Abteilungsleiterin für Schule, Kultur und Sport, Marion Buschmann, achtete für ihre Bewertung der sieben Kinder auf alle Details. "Schließlich muss am Ende ja eine oder einer vorn stehen. Das ist alles wichtig." Vorlesepatin Brigitte von Busse sagte, sie bilde sich erst am Ende des jeweiligen Vortrags ein Gesamturteil: "Denn natürlich sind alle hier sehr nervös."

Das bestätigte Jury-Kollege Tobias Ferchland. Der Gymnasiast hatte den Vorlesewettbewerb im Vorjahr gewonnen und sollte gestern Nachmittag die aktuellen Kandidaten beurteilen: "Jetzt bin ich natürlich sehr viel entspannter als 2017."

Dass Mädchen beim Vorlesen deutlich in der Überzahl sind, quittierte Tobias mit einem Schulterzucken: "Die interessieren sich eben mehr dafür."

(dne)
 
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