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Mettmann
Wie Metzkausen St. Martin feiert

Mettmann. Pünktlich um 17.30 Uhr setzte sich die riesige Menschenmenge in Bewegung. Zwei Herolde ritten voran, von der Spessartstraße rechts herum über die Peckhauser Straße zur Florastraße. Es war kalt, doch anders als beim Martinszug in der Mettmanner Innenstadt am Vortag regnete es nicht und die Kinder konnten ihre Laternen in voller Pracht in den Abend halten. Da war alles dabei, von kunstvoll gebastelten Kartonmodellen bis zur mit Lichterketten umwickelten Plastikflasche. Zwei Pappteller, in der Mitte ausgeschnitten und mit Transparentpapier beklebt, gaben eine ebenso gut Laterne ab wie die Konservendose, die mit Lichtlöchern versehen worden war. Von Thomas Peter

"Der Martinszug in Metzkausen ist mit Abstand der größte in der Gegend", sagt Eckhart Dörner, Vorsitzender des Sankt-Martin-Vereins nicht ohne Stolz. Seit 1965 organisiert der Verein den Zug gemeinsam mit den Grundschulen. Sankt Martin hat in Metzkausen eine besondere Tradition, und auch die Bewohner, die gerade keine kleinen Kinder haben, machen mit, in dem sie ihre Häuser an der Zugstrecke mit Lichterketten und bunten Laternen schmücken. "Das gibt immer ein schönes Bild", sagt Eckart Dörner.

Fünf Kapellen marschieren lose verteilt im Tross mit und spielen die fünf oder sechs bekannten Martinslieder. "Durch die Straßen auf und nieder", "Ich geh mit meiner Laterne", vereinzelt wird auch mitgesungen, allerdings mehr von den Eltern als von den Kindern.

Mittlerweile hat sich der Zug etwas auseinandergezogen, es geht nun schneller voran. Von der Florastraße geht es über den Ginsterweg hinein ins Wohngebiet. Hier leuchten die Lichter heller, die Zäune sind dekoriert und Anwohner stehen vor ihren Häusern, um den Zug zu begrüßen. Auf der Terrasse vor dem Malerbetrieb Winzen ist sogar eine kleine Grillparty im Gange.

Schließlich erreicht der Tross wieder den Sportplatz an der Spessartstraße, wo die Feuerwehr das Martinsfeuer entfacht hat. Sankt Martin teilt seinen Mantel weitgehend unbeobachtet, weil es einfach zu viele Menschen sind, die Feuerwehr schätzt vorsichtig auf 3500. Wer bei der Spendensammelaktion im Oktober teilgenommen hatte, konnte sich noch einen Weckmann in der Astrid-Lindgren-Schule abholen.

Der Martin-Verein verfolgt Martins Gedanken des Helfens und Teilens weiter und hilft mit Spenden dort, wo die öffentliche Wohlfahrt nicht hinkommt.

Quelle: RP
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