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Mettmann
Wirte: Frieden nach Stunk in Oberstadt

Mettmann: Wirte: Frieden nach Stunk in Oberstadt
"Wir sind mit Respekt auseinandergegangen", sagt Peter Ratajcak. FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)
Mettmann. Wegen der Öffnungszeiten gab es erbitterten Zoff. Jetzt machen die Wirte gemeinsame Sache und setzen auf die Politik. Von Valeska von Dolega

"Der Streit ist beigelegt", erklärt Irish Pub-Wirt Peter Ratajcak. "Wir haben uns zusammengesetzt, die Sache besprochen und sind mit Respekt auseinandergegangen." Friede, Freude, Eierkuchen also nach einem erbitterten Zoff, den die Gastronomen der Oberstadt in den vergangenen Wochen ausgetragen haben. Und der Auswirkungen für alle gastronomischen Kollegen Mettmanns hatte.

Heftig debattierter Zankapfel waren die Öffnungszeiten der Außengastronomie der Lokale rund um St. Lambertus. Die gesetzliche Regelung gilt stadtweit für alle und ist eindeutig: "Um 22 Uhr ist Feierabend", wie Kirsten Kaufung vom Ordnungsamt sagt. Dem Vernehmen nach aber hat die Stadt diesbezüglich immer beide Augen zugedrückt. Es also mit der Einhaltung dieses Zapfenstreichs nicht zu genau genommen. "Wo kein Kläger, da kein Beklagter", bringt es Kirsten Kaufung auf den Punkt.

Dann war plötzlich alles anders. Im Mittelpunkt stand Pub-Chef Peter Ratajczak. Schwer genervt soll er eine Nachbarin wegen deren angeblicher unerlaubter Taubenfütterung der Stadt gemeldet haben. Besagte Dame soll sich angeblich revanchiert haben und möglicherweise der Stadt mitgeteilt haben, Ratajczak halte sich mit seiner Außengastronomie nicht an die Öffnungszeiten, die Anwohner fühlten sich vom Lärm der Gäste sehr beeinträchtigt. Da musste die Stadt aktiv werden. Aufs Dezibel genau legt das Landesemissionsschutzgesetz fest, wie viel fröhliche Feierstimmung der Nachbarschaft zu welchem Zeitpunkt zugemutet werden kann, erklärt Kirsten Kaufung. Und weil in der Oberstadt die Menschen besonders kuschelig nah beieinander leben, wurde darauf gepocht, die 22 Uhr-Regelung als Beginn der Nachtruhe strikt und ohne Wenn und Aber einzuhalten. Und zwar von allen. Das wiederum rief die Gastro-Kollegen aus den Lokalitäten "Zum Türmchen", "Café La Pieve", "Café am Markt" wie auch aus dem "La Piazza" auf den Plan. Einhelliges Fazit: Wir hatten nie vorher Theater mit den Nachbarn oder der Stadt, alles lief spitze, nun ist alles andersrum. Entsprechend hoch schlugen die Wellen, lauter als jeder Feierfröhliche im Biergarten war das Gezänk zu verfolgen. Im Eifer des Gefechts sollen Gastronomen einander sogar gegenseitig Lokalverbot erteilt haben."Ich hatte Ärger mit den Nachbarn, die einen Hebel fanden, mich zu reglementieren", fasst Ratajczak jetzt das Tohuwabohu zusammen. "Dass sie damit alle anderen Gastronomen ebenfalls reglementieren würden, hatten sie nicht bedacht."

Bis dann am Dienstag zum Termin mit allen Beteiligten gebeten wurde. "Es war ein Super-Gespräch mit allen Nachbarn und Gastronomen", sagt Ottorino Giancola. "Aller Streit ist vorbei, jetzt blicken wir nach vorne." Gemeinsam wollen die Wirte "mit Fingerspitzengefühl" zukünftig an einem Strang ziehen. "Wir waren nie in der Schusslinie", sagt Ursula Blum vom "La Pieve". Die Vernetzung mit den anderen Gastronomen ist ihr "wichtig". Gemeinsame Sache wollen besagte Wirte, Peter Ratajczak inklusive, nun machen. Dazu steht als erstes ein Termin mit Vertretern der SPD und FDP an. Ebenso wie die CDU in einem separat formulierten Antrag, fordern beide Parteien die Ausweitung der Sperrzeit für die Außengastronomie. "Ich bin froh, dass alles eine so positive Wendung genommen hat", zieht Tanja Schmitz vom Café am Markt stellvertretend für alle einen Schlussstrich .

Quelle: RP
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