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Mettmann
Wohnungen für 100 Flüchtlinge am HHG

Mettmann: Wohnungen für 100 Flüchtlinge am HHG
Dort, wo heute Wohnwagen, Anhänger und Wohnmobile stehen, soll bald ein zweistöckiges Containerhaus für Flüchtlinge gebaut werden. Die Ausschreibungen sind bereits auf den Weg gebracht worden. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Anfang nächsten Jahres sollen die ersten Familien in die zweistöckigen Container auf dem Parkplatz einziehen. Von Christoph Zacharias

Die Stadtverwaltung Mettmann will auf dem Eventparkplatz (Schotterfläche) vor dem neuen Sportgelände Auf dem Pfennig an der Hasseler Straße Wohnungen in Containerbauweise für 100 Flüchtlinge bauen lassen. Die Fertigstellung ist für Dezember geplant, Einzug soll im Januar sein. Die Kosten beziffert die Stadt auf rund eine Millionen Euro.

Die Verwaltung informierte jetzt die Metzkausener in der Aula des HHG über die Hintergründe und das Bauprojekt.

Die Zeit drängt: Die Stadt Mettmann rechnet damit, dass ihr im September 40 weitere Flüchtlinge von der Bezirksregierung Arnsberg zugewiesen werden. Nach dem neuen Verteilungsschlüssel muss Mettmann eingerechnet der Zuteilung im September mit 150 bis 180 neuen Flüchtlingen rechnen. Dies hat die Bezirksregierung der Stadt Mettmann mitgeteilt. Die Stadt ist verpflichtet, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Die Inanspruchnahme von Turnhallen scheidet aus. Gründe: Schul- und Vereinssport, Notbehelf, keine menschenwürdige Unterkunft. "Wir haben noch 60 bis 80 Plätze in den vier städtischen Unterkünften an der Seibelstraße, Kleberstraße, Danziger Straße und Talstraße", sagte Marko Sucic, Leiter des Sozialamtes. Das Problem: Waren es früher meist alleinstehende Männer, die in Mettmann eine Bleibe fanden, kommen jetzt immer mehr Familien aus den Krisengebieten nach Deutschland. Dies hängt damit zusammen, dass die anerkannten Flüchtlinge, die ein Bleiberecht bekommen haben, ihre Familien beispielsweise aus Syrien nachziehen lassen.

Die Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec und Ute Piegeler sowie Sozialamtsleiter Marko Sucic (v.l.) infomierten die Bürger im HHG. FOTO: DJ

In den zweistöckigen Wohnblock am HHG, so Fachbereichsleiterin Ute Piegeler, sollen ausschließlich Familien einziehen. "Wir stellen dort Wohnungen mit zwei Zimmern, einer Sanitärzeile und einer Kochnische zur Verfügung." Die Wohnungen sind separat zu erreichen. Das zweistöckige Gebäude hat eine Grundfläche von 14 mal 48 Meter, die Gesamtfläche ist 20 mal 55 Meter groß. Es gibt in jedem Geschoss einen Gemeinschaftsraum, die Kinder können den angrenzenden Spielplatz nutzen.

"Wir haben verschiedene städtische Grundstücke auf ihre Eignung hin geprüft", sagte Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec. So den Spielplatz am Steinbruch in Süd, den Sportplatz Spessartstraße und den Sportplatz an der Gruitener Straße. Die Möglichkeit, Flüchtlinge auf dem Benninghof oder in ein Bürogebäude im Gewerbegebiet Zur Gau einzuquartieren, hatten sich zerschlagen. Im Neanderpark dürfen eigentlich keine Wohngebäude gebaut werden; es gibt zwar eine Ausnahmeregelung, doch die gilt nur für drei Jahre. "Wir verfügen in Metzkausen über die notwendige Infrastruktur (Kitaplätze, Schulen) und Versorgungsleitungen (Wasser, Kanal, Strom).

Aus dem Auditorium wurden Vorbehalte formuliert: Mögliche Lärmbelästigungen für die übrigen Anwohner in diesem Quartier, Sicherheitsbedenken, ein Verteilungskampf um die Kitaplätze zu Lasten deutscher Kinder. Es gab aber auch Vorschläge, wie man die Familien im Stadtteil integrieren könne. Beispielsweise könnten der MTHC, die Fußballvereine und Mettmann-Sport eine Vorreiterrolle spielen. Auch Ehrenamtler sind aufgerufen, sich einzubringen.

Quelle: RP
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