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Mettmann
Zwei Kandidaten gehen in die Stichwahl

Mettmann: Zwei Kandidaten gehen in die Stichwahl
FOTO: Janicki/Staschik
Mettmann. Fünf Tage vor der Wahl haben wir Thomas Dinkelmann und Norbert Danscheidt noch einmal nach ihrer Befähigung für das Amt des Bürgermeisters und nach ihren Zielen befragt. Von Christoph Zacharias

Am Sonntagabend hat Mettmann einen neuen Bürgermeister. Thomas Dinkelmann (unabhängig) hatte bei der Hauptwahl mit 37,7 Prozent die Nase vor. Norbert Danscheidt (CDU) kam auf 32,6 Prozent. Beide gehen nun in die Stichwahl. Der Wahlkampf hat in den letzten Tagen an Schärfe zugenommen. Dinkelmann hat Aufkleber verwwendet, die die Themen Klüngel, Neuanfang und Wechsel aufnehmen, die CDU konterte und spricht auf Aufklebern von Populismus. Doch insgesamt ist der Wahlkampf bislang sehr fair verlaufen und das Wortgeklingel der letzten Tage ist dem Stress geschuldet, der bei einer Stichwahl gerne auftaucht. Es geht immerhin um den Chefsessel im Rathaus. Wir haben den Kandidaten noch einmal auf den Zahn gefühlt und sie um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:

RP: Warum soll ich Sie wählen?

Danscheidt: Sie wählen mit mir einen Bürgermeister, der für die Probleme der Bürgerinnen und Bürger ein offenes Ohr hat und sich für konkrete Lösungen einsetzen wird. Dabei werde ich unter anderem die Themen Entwicklung der Innenstadt und Verbesserung der Verkehrssituation angehen, um die Lebensqualität in unserer Stadt weiter zu verbessern. Es muss wieder Spaß machen, in der Innenstadt bummeln und einkaufen zu gehen. Dabei muss auch die Oberstadt mit einbezogen werden, denn hier schlägt das Herz unserer Stadt. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer "Brennpunkte" in unserer Stadt wie die Finanzen, die Wohnungsversorgung und natürlich auch die Integration der Flüchtlinge, die ich gerne gemeinsam mit den Fraktionen des Rates angehen möchte. Dafür möchte ich das Verhältnis zu den Fraktionen verbessern und mehr Vertrauen für die gemeinsame Arbeit zugunsten der Stadt Mettmann und ihrer Bevölkerung schaffen.

Dinkelmann: Meine Erfahrungen und Kompetenzen in den Bereichen Kommunalverwaltung, Personalführung und Lokalpolitik bilden in Verbindung mit meinem langjährigen ehrenamtlichen Engagement in Mettmann die Voraussetzungen für Erfolg im Amt des Bürgermeisters. Meine Parteiunabhängigkeit schafft dazu die nötige Unvoreingenommenheit, um für alle Bürgerinnen und Bürgern da zu sein. Von meiner Unabhängigkeit werden alle profitieren.

RP: Was können Sie besser, als der andere?

Danscheidt: In den letzten 15 Jahren konnte ich als Beigeordneter und Erster Beigeordneter der Stadt Hilden eine umfangreiche Verwaltungs- und vor allem Führungserfahrung sammeln. Themen wie Verwaltungsorganisation, Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Finanzen sind mir vertraut und ich kann hierzu auf zahlreiche Erfolge blicken. Diese Erfahrung möchte ich gerne auch in meiner Heimatstadt Mettmann einbringen, zum Wohl unserer Stadt.

Dinkelmann: Ich kenne ihn zu wenig, um das beurteilen zu können. Die Entscheidung müssen die Wählerinnen und Wähler treffen. Allein die langjährigen Erfahrungen in Verwaltung und Personalführung erscheinen als Parallelen.

RP: Sie hatten bei der ersten Wahl einen Vorsprung! Können Sie den halten?

Dinkelmann: Das wird wesentlich von der Wahlbeteiligung abhängen. Wenn sie etwa im Rahmen der Wahl vom 13. September bleibt, sehe ich gute Chancen, den Vorsprung zu halten.

RP: Sie hatten bei der letzten Wahl einen Rückstand. Können Sie aufholen?

Danscheidt: Selbstverständlich! Ich habe bei der Bürgermeisterwahl am 13. September einen Etappensieg erreicht, aber noch nicht den Wahlsieg. Es ist gelungen, zwei Kandidaten aus dem Rennen zu werfen und in die Stichwahl einzuziehen. Leider kann ich dort nicht von der Poleposition aus starten, sondern liege hinter meinem Mitbewerber. Umso mehr gilt es nun dafür zu kämpfen, am 27.9. so viele Mettmannerinnen und Mettmanner wie möglich an die Wahlurne zu bringen und für Norbert Danscheidt als Bürgermeister zu gewinnen.

RP: Schaffen Sie es, die Stimmen für sich zu gewinnen, die in der ersten Runde auf Ziad Moughrabi und Andrea Rottmann verteilt worden sind?

Danscheidt: Es kommt darauf an, um jede Stimme zu kämpfen, egal, für welchen Mitbewerber sie im ersten Wahlgang abgegeben wurde. Noch wichtiger ist allerdings, die bisherigen Nichtwähler zu mobilisieren, denn es geht um die Entwicklung und das Wohl unserer Stadt Mettmann.

Dinkelmann: Mit Ziad Mougrhabi verbinden mich neben der Unabhängigkeit unsere wesentlichen gemeinsamen Ziele, für Transparenz und mehr Bürgerbeteiligung zu sorgen. Deshalb empfiehlt er seinen Wählerinnen und Wählern, jetzt mir als den zweiten Unabhängigen die Stimme zu geben. Es ist aber schwer einzuschätzen, wie sich letztendlich Wählerinnen und Wähler tatsächlich am Wahltag entscheiden werden. Das Rennen ist immer noch offen.

RP: Wie wollen Sie die Wähler noch mal motivieren, am Sonntag zur Wahl zu gehen?

Danscheidt: Es geht darum, durch persönlichen Einsatz mit Unterstützung von möglichst vielen Freunden Menschen anzusprechen und von der Notwendigkeit der Stimmabgabe für die Zukunft unserer Stadt zu überzeugen.

Dinkelmann: Am 27. September können die Mettmanner Bürgerinnen und Bürger mit Ihrer Stimme den Startschuss für einen Neubeginn in Mettmann geben. Es wird höchste Zeit, für eine unabhängige Verwaltungsführung, die allen Bürgerinnen und Bürgern gleich gut dient. Nur wer an dieser wichtigen Wahl teilnimmt, kann auch etwas verändern.

RP: Machen Sie sich Sorgen um die Wahlbeteiligung?

Danscheidt: Wenn das Vorgenannte nicht funktioniert, dann ja. Hier zeigt sich aus dem ersten Wahlgang, dass die Abspaltung der Bürgermeisterwahl von der Kommunalwahl zumindest beim Thema Wahlbeteiligung offenbar keine überzeugende Lösung war.

Dinkelmann: Ja, sehr. In den Gesprächen der letzten Wochen mit Bürgern wird ein sehr kritisches Bild von Politik und Verwaltung deutlich: Wichtige Entscheidungen werden nur von Wenigen hinter verschlossenen Türen getroffen und ändern könne man das auch mit einer Wahl nicht.

Das scheint mir der wesentliche Grund für die geringe Wahlbeteiligung zu sein. Es fehlt an Transparenz und Mitbestimmung. Erst wenn wir hier deutliche Verbesserungen schaffen, wird auch die Wahlbeteiligung wieder steigen.

Quelle: RP
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