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Mettmann
Zwerge und Riesen ausgeleuchtet

Mettmann. Die Taschenlampenführung lockte zahlreiche junge Besucher in die Perspektiven-Ausstellung im Neanderthal Museum. Von Nicole Marschall

Rund 30 Kinder und ihre erwachsenen Begleiter erlebten die Sonderausstellung "Zwerge und Riesen - eine Frage der Perspektive" im Neanderthal Museum im wahrsten Sinne des Wortes in einem ganz anderen Licht: Bei der Taschenlampenführung blieb der Ausstellungsraum gänzlich unbeleuchtet. Nur im Schein der Taschenlampen führte Museumspädagogin Julia Ackerschott die Gruppe von Exponat zu Exponat.

Mit einer Mischung aus kindgerechten Informationen für die Jüngsten und weiterführenden Details für deren Eltern gab sie einen Einblick in die verschiedenen Aspekte, die die Ausstellung aufgreift: von den Zwerge und Riesen in Mythen und Märchen über wissenschaftliche Fakten zum menschlichen Größenwachstum bis hin zu gängigen Stereotypen und Vorurteilen gegenüber besonders kleinen oder großen Menschen.

So lernten die Museumsbesucher unter anderem, dass unsere Gene nur zum Teil die Körperlänge festlegen; Lebensbedingungen - insbesondere Ernährung und medizinische Versorgung - haben ebenfalls einen hohen Einfluss auf die Größe und die variierte schon zu allen Zeiten der menschlichen Entwicklungsgeschichte von Individuum zu Individuum.

Zwerg oder Riese? Dass unsere Einstufung - wie der Ausstellungstitel schon sagt - nur eine Frage der Perspektive ist, konnten die Kinder selbst sehr schön beim Erklimmen des Riesenstuhls und im Ameschen Raum erfahren. Das Ausprobieren und Klettern kam den Kindern nach den vielen Infos sehr recht!

Eine Frage der Perspektive war dann letztlich auch die subjektive Einschätzung, ob Ausstellung und Führung interessant und spannend oder doch eher langweilig waren. Während die ersten jungen Museumsbesucher sich schon auf halber Strecke langweilten und erst beim Anblick einer in einem Schaukasten zum Thema Ernährung ausgestellten Fast-Food-Verpackung wieder aufmerksam wurden, nutzten andere sogar die Zeit nach der offiziellen Führung, um einige Stationen der Sonderausstellung noch einmal intensiver zu erkunden.

So beispielsweise Tobias (11) und Anabel (6), die mit ihrer Mutter ihre eigenen Oberschenkelknochen vermaßen und daraus mit Hilfe einer Formel ihre Körpergröße ableiteten. Bei Tobias wich der Wert gut 20 Zentimeter von seiner realen Größe nach unten ab, bei Anabel zehn Zentimeter. Dass die Berechnungsmethode auch den Wissenschaftlern nur Näherungswerte liefern kann, hatte Museumspädagogin Julia Ackerschott den Besuchern bereits zuvor erklärt.

Auch wenn ihn die Formel ein ganzes Stück kleiner gemacht hat - die Ausstellung hat dem Elfjährigen sehr gut gefallen. Und das nicht nur wegen der besonderen Atmosphäre im Dunkeln. "Es wäre auch ohne Taschenlampe interessant gewesen", so Tobias Fazit.

Quelle: RP
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