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Mönchengladbach
100 Kinder forschen im Nassauer Stall

Mönchengladbach: 100 Kinder forschen im Nassauer Stall
Die Kinder der Kita Glühwürmchen forschen zusammen mit Stefanie Schweizer, stellvertretende Leiterin der Kita, an der Station "Schätzspiel" im Nassauer Stall. Hier galt es mit Hilfe der goldenen Gewichte herauszufinden, wie viel die einzelnen Gefäße wiegen.Aber auch Farben und Zahlen spielten eine Rolle. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Zum bundesweiten "Tag der Forscher" veranstaltete das Regionale Bildungsnetzwerk einen Stationen-Parcours rund um die Themen Ernährung und Bauen. 100 Kita- und Grundschulkinder waren dabei. Von Marei Vittinghoff

"Jetzt braucht ihr eine gute Nase", sagt Lehrerin Julia Csernak zu den zwölf Kindern der Kita Glühwürmchen, die sich gespannt um ihre Station - die "Geruchswerkstatt"- versammelt haben. Viele kleine Gläschen, gefüllt mit getrockneten Kräutern und Pflanzen, liegen auf dem Tisch verstreut. Während bei den äußeren Gläsern kleine Fotos darüber Aufschluss geben, was sich unter den silbernen Deckeln verbirgt, müssen sich die Kinder bei den mittleren Gläsern ganz allein auf ihre Spürnase verlassen: Die Gefäße sind abgedunkelt, nur kleine Löcher bleiben für die Jungforscher zum Schnuppern übrig. Für die Kinder heißt es nun, gleiche Geruchs-Paare zu finden - da noch nicht jedes Gewürz aus der heimischen Küche bekannt ist, gar nicht mal so leicht. Die Kinder aber wollen es wissen, riechen was das Zeug hält, und bringen schließlich Nelken mit Nelken, Knoblauch mit Knoblauch und Fenchelsamen mit Fenchelsamen richtig zusammen. Die Station ist erfolgreich beendet: Für die Kitakinder geht es somit weiter durch das Forscher-Gewusel im Nassauer Stall, der passend zum Anlass mit landwirtschaftlichen Fotografien, bunten Holzschildern, Gewächshäusern, Obst und Gemüse geschmückt ist.

Insgesamt 100 Kinder aus fünf Gladbacher Kindertagesstätten und drei Grundschulen machten sich am Montag anlässlich des bundesweiten "Tags der Forscher" unter dem Motto "Zeigst du mir deine Welt? Vielfalt im Alltag entdecken" auf den Weg durch die vielen Stationen im Schloss Wickrath. Das Regionale Bildungsnetzwerk des Fachbereichs Schule und Sport hatte das Programm in Zusammenarbeit mit dem Berliner "Haus der kleinen Forscher" für die Forschergruppen des Projekts "Wissenschaftsnetz in Aktion"(WiNetziA) organisiert. So sollen die Neugier der Kinder unterstützt und Kenntnisse aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) spielerisch vermittelt werden. "Dieses Jahr wollten wir besonders über gesunde und bewusste Ernährung aufklären", sagte Ursula Müller-Brackmann vom Wissenschaftsnetz. "Damit kann man ja nicht früh genug anfangen".

Beim "Gemüse-Talk" mit Marion Grande von der Solidarischen Landwirtschaft Eicken lernten die Kinder darum, dass Tomaten und Gurken nicht einfach im Supermarkt wachsen, sondern erst gesät, angebaut und geerntet werden müssen. "Früher hatten viele Leute noch einen eigenen Gemüse-Garten. Heute geht viel von dem Wissen verloren", sagte Grande. Mit echten Samen, Pflanzen und Spielfiguren erklärte sie den jungen Teilnehmern darum anschaulich, warum Gemüse zum Wachsen vor allem "Wasser, Sonne, Erde und Bienen" braucht.

Ein Gemüse-Memory forderte die Kinder derweil dazu heraus, so schnell wie möglich Gemüse-Pärchen zu sammeln, während beim "Schätzspiel" gleich mehrere Aufgaben zu lösen waren. Wie schwer wohl das Glas mit den Erbsen wiegt? Mehr oder weniger als das Glas mit den Linsen? Und wie viele Kichererbsen das große Gefäß beinhaltet? Zweihundert? Fünfhundert? Oder gar Trillionen? "Schön, wenn die Kinder ein Aha-Erlebnis haben", lobte Erzieherin Stefanie Schweizer.

Kreativ durften sich die hundert Naturwissenschaftler zum Thema "Bauen und Konstruieren" mit Pappen, Eierkartons und Klebeband ausleben, aus denen in kurzer Zeit kleine Häuser, große Schlösser, Schwerter und Ritterkostüme gebastelt wurden. Hier konnte es zwischendurch auch schon mal ganz schön wild zugehen.

Zum Abschluss gab es für die Jungforscher dann Kressesamen und einen mit Brot, Obst und Gemüse gefüllten Korb für ein Picknick im Schlossgarten. Aber auch eine Zuckerkette durfte nicht fehlen: "Das muss zur Belohnung ja auch mal sein", sagte Müller-Brackmann lachend.

Quelle: RP
 
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