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Mönchengladbach
12-Jährige erforscht Wale auf den Azoren

Mönchengladbach: 12-Jährige erforscht Wale auf den Azoren
Die 12-jährige Telsa weiß schon jetzt, dass sie einmal Ärztin werden möchte.
Mönchengladbach. Telsa Juds, Schülerin aus Mönchengladbach, hat mit einem Programm des Instituts für Jugendmanagement eine Expedition auf die Azoren gemacht. Gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen beobachtete sie Meeressäuger. Von Saskia Nothofer

Drei Stunden in einem Speedboot auf offener See - für die 12-jährige Telsa Juds  ist das kein Problem. "Ich hatte keine Angst", sagt sie, als sie stolz von ihrer Forscherexpedition zur Beobachtung von Meeressäugern auf den Azoren (gehören zu Portugal) erzählt.

Im Rahmen des Programms "Master MINT" vom Institut für Jugendmanagement konnte die Schülerin des Math.-Nat.-Gymnasiums diese Reise machen. Die Bewerbung für das Programm war möglich, da die Schülerin schon vorher durch besondere Leistungen in der Schule aufgefallen ist. So nahm sie beim "Drehtürprojekt" teil, für das jedes Jahr besonders fleißige Schüler ausgesucht werden, um einen Vortrag zu einem selbst gewählten Thema zu erarbeiten. Telsa entschied sich für eine Präsentation über Ebola. "Weil ich einmal Ärztin werden möchte, war klar, dass ich über eine Krankheit sprechen wollte", so die 12-Jährige. "Und da Ebola gerade aktuell war, habe ich mich dafür entschieden."

Mit diesem Speedboot ist die Gruppe von 18 Kindern und Jugendlichen täglich für mindestens drei Stunden aufs offene Meer hinaus gefahren. Die See war meist ruhig. FOTO: Telsa Juds

Mit der erfolgreichen Bewerbung bei "Master MINT" konnte Telsa dann schließlich endlich ihren Forscherdrang ausleben. "Bio in der Schule ist oft so langweilig und trocken", sagt sie. Bei der Reise habe man aber wirklich mal forschen und eigene Beobachtungen analysieren können.

Gemeinsam mit 17 anderen Kindern und Jugendlichen zwischen 13 und 20 Jahren und zwei Erziehern ist Telsa so fünf Tage lang mindestens drei Stunden aufs offene Meer hinaus gefahren, um die dort beheimateten Meeressäuger zu beobachten. "Wir haben Blau-, Finn-, Pott- und Buckelwale sowie einige verschiedene Delfinarten gesehen", erzählt sie. Außerdem auch ein paar Schildkröten. Während der Bootstouren trugen sie warme und wasserdichte Kleidung sowie Rettungswesten. "Die waren Pflicht", sagt Telsa. Auch Tabletten gegen Reiseübelkeit waren immer an Bord.

Telsa hat Blau-, Finn-, Pott- und Buckelwale sowie einige verschiedene Delfinarten auf ihrer Reise beobachten und erforschen können. FOTO: Telsa xx

Um die Flossen, Rückenteile und den Blas (die nach dem Tauchvorgang ausgeatmete Atemluft von Walen) den richtigen Tieren zuordnen zu können, begleitete ein Guide die Ausflüge der jungen Forscher. "Er hat uns dann Abbildungen gezeigt und etwas über besondere Merkmale, die Größe und das Gewicht der Wale erklärt", sagt Telsa. So habe man viel gelernt. Und generell ist die 12-Jährige begeistert von ihren Erlebnissen: "Es war wirklich eine Erfahrung fürs Leben."

Ihre Mitschüler, vor denen sie bereits einen Vortrag über die Reise auf die Azoren gehalten hat, beneiden sie um ihre Erfahrungen. Viele hätten gefragt, wie es dazu gekommen sei und hätten auch Lust, an einer ähnlichen Expedition teilzunehmen. Und auch Telsa hat noch nicht genug. Sie will sich auch in Zukunft für verschiedene Förderprogramm für Kinder und Jugendliche bewerben. Außerdem hat sie einen ganz besonderen Plan: "Ich würde gerne parallel zur Schule ein Schülerstudium an einer Uni beginnen", erzählt sie. Ab der achten Klasse sei dies möglich - also ab dem kommenden Schuljahr. So kann sie ihrem Traum, einmal als Kinderärztin zu arbeiten, schon etwas näher kommen. "Schon seitdem ich zehn bin, weiß ich, dass ich Kinderärztin werden möchte", so Telsa, die in ihrer Freizeit regelmäßig zum Kickboxen geht und Freunde trifft.

Zusätzlich zur Präsentation vor ihrer Klasse wird die 12-Jährige auch noch in einer Grundschule sowie vor den anderen Teilnehmern des "Drehtürprojekts" von ihren Erfahrungen auf den Azoren berichten. "Vor einem Vortrag bin ich aber noch ganz aufgeregt", so Telsa.

Quelle: RP
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