| 13.09 Uhr

Mönchengladbach
200 Demonstranten gegen Pro NRW

Pro NRW provoziert vor Moschee
Pro NRW provoziert vor Moschee FOTO: Anne Peters
Mönchengladbach. Mit einer Abordnung von rund zehn Anhängern lief die rechtspopulistische Gruppierung Pro NRW am Freitagmorgen an der Moschee an der Duvenstraße auf. Etwa 200 Gegendemonstranten stellten sich den provozierenden Thesen und Mohammed-Karikaturen mit Sprechchören und Pfiffen. Von Anne Peters

"Ihr könnt nach Hause fahr'n" schallt es am Freitagmorgen gegen 10.30 Uhr über die Duvenstraße. Die rund 200 Demonstranten haben gerade den Wagen der Gruppierung Pro NRW entdeckt und begegnen ihnen mit Trillerpfeifen, Hupen und Sprechchören.

Bereits um 10 Uhr haben sich zahlreiche Mönchengladbacher rund um die Moschee an der Duvenstraße versammelt, breiten Banner und Plakate aus und warten auf die Pro-NRW-Anhänger. Auch der Türkisch Islamische Kulturverein Diyanet hat sich gerüstet und das traditionelle Freitagsgebet, zu dem im Schnitt etwa 300 Muslime kommen, abgesagt. "Wir lassen uns nicht provozieren", sagte Bünyamin Berk, Vorsitzender des Vereins.

Seit gut einer Woche versucht die Splitterpartei, mit islamfeindlichen Aktionen vor Moscheen Stimmung zu machen. Das Bündnis Pro NRW, das gegen eine vermeintliche Islamisierung Deutschlands kämpfen will, hatte im Vorfeld zu einer Art Karikaturen-Wettbewerb aufgerufen. Die Bilder werden im Rahmen der sogenannten "Freiheit-statt-Islam-Tour" an verschiedenen Moscheen in NRW gezeigt, so auch in Mönchengladbach.

Mehrere Mannschaftswagen der Polizei sorgten am Morgen für einen ruhigen Ablauf. So sorgten die Beamten auch dafür, dass die Pro-NRW-Anhänger das Gelände der Moschee an der Duvenstraße nicht betraten und platzierten die Anhänger auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dennoch kam es zu zwei kleineren Ausschreitungen: ein Demonstrant stürmte auf den Pro NRW Stand zu und trat einen der aufgestellten Lautsprecher um. Eine weitere Demonstrantin beschmierte eines des Wahlplakate der Splitterpartei mit Farbe. Die Polizei nahm in beiden Fällen die Personalien auf. 

Die Demonstration dauerte bis etwa 13 Uhr. Im Anschluss machten sich die Gruppe auf den Weg nach Krefeld, ein weiterer Haltepunkt ihrer islamfeindlichen Tour.

(ape/top/rl)
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