| 21.35 Uhr

Mönchengladbach
300 Demonstranten gegen Rechtspopulisten

Mönchengladbach: 300 Demonstranten gegen Rechtspopulisten
In der Christuskirche wurde darüber gesprochen, dass das Aufnehmen von Flüchtlingen zu den grundlegenden christlichen Werten gehört. FOTO: Ilgner
Mönchengladbach. Die Kundgebung von "MG steht auf" und die Gegendemonstration blieben am Freitagabend friedlich.

Die rechtspopulistische Bewegung "MG steht auf" hat bei ihrer dritten Kundgebung gestern Abend eine Woche nach der Silvesternacht in Köln Zulauf erhalten. Rund 230 Menschen nahmen den Polizeiangaben zufolge an einer Kundgebung auf dem Alten Markt teil, darunter rund 50 Teilnehmer aus der Fußballszene.

Bei den ersten beiden Kundgebungen waren noch rund 100 Demonstranten. Die Organisatoren hatten in den vergangenen Tagen immer wieder die Übergriffe an Silvester in Köln aufgegriffen, um Anhänger zu gewinnen.

Übergriffe in Köln: Was wir wissen – was wir nicht wissen

Etwa 300 Menschen beteiligten sich am Abend an der Gegendemonstration. Das Bündnis "Aufstehen! Für Menschenwürde. Gegen Rechtsextremismus" zog an der Kundgebung der Rechtspopulisten vorbei und sang dabei Friedens- und Protestlieder wie "We shall overcome". Die Teilnehmer trugen bunte Fahnen und Figuren, um "den Braunen etwas Buntes entgegen zu setzen", wie es hieß. Den Polizeiangaben zu folge blieb alles friedlich. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Vor der Gegendemonstration hatten sich Teilnehmer in der Christuskirche versammelt. Angela Rietdorf, Mitglied des Presbyteriums der Gemeinde, erinnerte an die "Flucht der Heiligen Familie". Die Vorfälle in der Silvesternacht seien schlimm gewesen, aber es sei ebenso schlimm, wenn Leute dies für Propagandazwecke nutzten.

Ferdinand Hoeren mahnte: "Wir sind hier, um ein Zeichen zu setzen für unsere abendländischen Werte und unser Grundgesetz." Fast zeitgleich nutzte die Organisatorin von "MG steht auf" die Kölner Silvesternacht für Propaganda gegen Flüchtlinge. Ihre Worte drangen aus einem Lautsprecherwagen des Pro-NRW-Ratsherrn Dominik Roeseler, der die "Hooligans-gegen-Salafisten-Demo" in Köln angemeldet hatte und gern gesehener Redner bei Pegida-Kundgebungen ist.

(gap/angr)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mönchengladbach: 300 Demonstranten gegen Rechtspopulisten


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.