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Mönchengladbach
50 Jahre Einsatz für Menschenrechte

Mönchengladbach: 50 Jahre Einsatz für Menschenrechte
Amnesty International mit einem Stand auf dem Rheydter Markt. Die Gladbacher Gruppe gibt es seit 50 Jahren FOTO: Amnesty International Mönchengladbach
Mönchengladbach. 1968 wurde in Mönchengladbach die Amnesty-International-Gruppe gegründet. Sie ist eine der ältesten in Deutschland. Von Angela Rietdorf

Die Schwerpunkte der Arbeit haben sich etwas verschoben, aber das Engagement ist so nötig wie eh und je - die Mönchengladbacher Amnesty-International-Gruppe setzt sich seit einem halben Jahrhundert für gewaltlose politische Gefangene und die Wahrung der Menschenrechte ein. In den Anfangsjahren standen noch die Militärdiktatur in Griechenland, das Apartheidregime in Südafrika und die Situation in der Sowjetunion im Fokus, heute sind es die Lage in China, Morde an Homosexuellen in Bangladesch oder Abschiebungen nach Afghanistan, die die Aktivisten beschäftigen. Aber auch nach fünfzig Jahren gibt es keinen Grund, sich zurückzulehnen, ganz im Gegenteil.

1968 gab eine bei Amnesty International (AI) engagierte Dänin den Anstoß zur Gründung der Mönchengladbacher Gruppe. "Es gehört viel Idealismus und Einsatzbereitschaft dazu, sich in der und für die Amnesty International einzusetzen. Der Lohn ist, einem Menschen zur Freiheit zu verhelfen und seinen Angehörigen in schwerer Zeit beistehen zu können", schrieb die Rheinische Post am 11. Dezember 1968 über die neu gegründete Gruppe. 1970 engagierten sich die Gladbacher besonders für einen russischen Baptistenpfarrer, der seit Jahren in der Sowjetunion in Haft saß. Dazu nutzte man auch den Besuch eines sowjetischen Botschaftsrats in Mönchengladbach, allerdings wohl mit wenig Erfolg. Auch die Inhaftierung südafrikanischer Aktivisten für die Gleichberechtigung der Schwarzen oder von politisch linksorientierten Portugiesen beschäftigte die Gladbacher Menschenrechtsgruppe.

Georg Stadeler, der Sprecher der heutigen Gladbacher AI-Gruppe, wurde durch die Situation in Griechenland unter der Herrschaft des Militärs auf Amnesty aufmerksam und trat bei. "Und wenn man einmal dabei ist, bleibt man dabei", sagt er.

Die Gladbacher beschäftigen sich heute unter anderem schwerpunktmäßig mit der Lage in China, wo beispielsweise der Handel mit den Organen von Hingerichteten blüht - ein brisantes Thema, das auch viel politische Arbeit erfordert. Die monatlichen "Briefe gegen das Vergessen" machen auf das Schicksal einzelner Gefangener, aber auch auf die Lage in Ländern wie Bangladesch aufmerksam, wo beispielsweise die Gefahr besteht, dass Verbrechen gegen Homosexuelle ungesühnt bleiben. Die Menschenrechtsaktivisten sind in Gladbach gut vernetzt. "Wir sind keine Insel in der Stadt, sondern arbeiten mit sehr vielen Gruppen und Einrichtungen eng zusammen", erklärt Stadeler.

Deshalb wird auch das 50-jährige Bestehen gemeinsam mit anderen Institutionen und Vereinen gefeiert. Los geht's am 16. Februar mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Brandts-Kapelle, der zusammen mit den Steyler Ordensschwestern vorbereitet und durchgeführt wird. Es folgen in Zusammenarbeit mit der Aktion Friedensdorf ein Konzert der Männergruppe "Feine Herbe", dann ein Konzert der preisgekrönten Jazzformation Jin Jim in der Friedenskirche, in der zweiten Jahreshälfte eine Gedenkveranstaltung zum Weltkriegsende in Kooperation mit der Initiative Gründerzeitviertel auf dem Schillerplatz und ein Benefizkonzert der Niederrheinischen Sinfoniker in der evangelischen Hauptkirche in Rheydt. "Wir wollen den Anlass vor allem nutzen, um Menschen für aktuelle Aktionen zu gewinnen und werden immer mit Petitionen vor Ort sein", sagt Stadeler. Die eingenommenen Spenden gehen dagegen vorrangig an die Kooperationspartner. "Wir sind finanziell durch die tolle Unterstützung, die die Gladbacher immer für den Bücherflohmarkt haben, ganz gut aufgestellt", stellt der Gruppensprecher fest. Einmal im Jahr, immer am letzten Samstag vor den Sommerferien, werden Bücher für den guten Zweck verkauft. Mehr als 5000 Bücher wechseln dann den Besitzer. Mit den Einnahmen kann die Mönchengladbacher AI-Gruppe einen Großteil ihrer Kosten decken.

Informationen zu Amnesty International Mönchengladbach und den Veranstaltungen dieses Jahres finden sich unter www.amnesty-moenchengladbach.de

Quelle: RP
 
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