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Mönchengladbach
50 Jahre Schüleraustausch ist gelebtes Europa

Mönchengladbach. Für die jungen Reisenden mag es ein ganz normaler gegenseitiger Besuch sein. Doch ihre Schulen auf französischer und deutscher Seite feiern zugleich ein großes Jubiläum: Seit 50 Jahren besteht der Austausch zwischen dem Gymnasium Odenkirchen und dem College Saint-Joseph Wattrelos nahe der Partnerstadt Roubaix. Für die kommende Feier werden noch gemeinsame Lieder einstudiert, zudem haben Pädagogen der früheren Schülergenerationen ihr Kommen angesagt. Doch auch dieses Mal stand für den ersten Tag traditionell ein Besuch des Gladbacher Zentrums auf dem Plan. Von Angela Wilms-Adrians

Bürgermeister Ulrich Elsen hieß die Gäste und ihre Gastgeber, mit Schulleiter Bernhard Spaniol an der Spitze, "in der guten Stube" des Rathauses Abtei willkommen. Er verriet im Zuge einer Kurzfassung zur Historie vorab, dass bei der Stadtbesichtigung einige Sonderbarkeiten, wie die Existenz zweier Hauptbahnhöfe und mehrerer Stadtzentren, zu entdecken seien, da die Stadt wie eine "Patchwork-Decke" zusammengelegt worden sei. Der Bürgermeister erzählte von seinem Großvater, der als 18-jähriger in den ersten Weltkrieg gezogen war, den zweiten ebenfalls erlebt hatte und für den ein solcher Austausch noch undenkbar gewesen wäre. Die Begegnung helfe aber, wie in einer Familie Unterschiede kennen und respektieren zu lernen. In Richtung des Schulleiters Spaniol verband Elsen die Gratulation für das Jubiläum mit einem Dank: "Der Austausch ist mehr als ein kleiner Mosaikstein zum gemeinsamen Europa".

Spaniol erinnerte lächelnd daran, dass vielleicht schon das Frühstück des ersten gemeinsamen Morgens kleine Unterschiede zwischen Gewohnheiten bewusst gemacht habe. Er selbst ist der vierte Schulleiter seit Bestehen des Austauschprogramms. "Bevor ich nach Odenkirchen kam, hatte ich keine Vorstellung davon. Nun bin ich mittendrin, und ich habe darüber so tolle Freunde gefunden", schwärmte Spaniol, der sich gleiche Erfahrungen für die Jugendlichen zwischen 14 und 15 Jahren wünscht. Mathilde Heumannskämper, Organisatorin des Austauschs, und Sonja Denis sowie die französischen Kolleginnen Alexandra Rapez und Patricia Dhorme halfen den 25 französischen Gästen mit zeitnahen Übersetzungen, den offiziellen Part zu verstehen. Ulrich Elsen gab offenherzig zu, darüber sehr dankbar zu sein. Doch zu den angebotenen Erfrischungen rief er dann fröhlich in die Runde: "A votre santé".

Quelle: RP
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