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Mönchengladbach
66 Jahre Karneval in Rot und Weiß

Mönchengladbach. Die KG Rot-Weiß Genhülsen feiert am Samstag mit einer Jubiläumssitzung ihr 66-jähriges Bestehen. Gegründet hat sich die Gesellschaft, um Freude in die Nachkriegszeit zu bringen. Peter Tolls und Heinz Schiffers waren 1949 die Initiatoren. Von Christian Lingen

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte Tristesse. Die Stadt lag in Trümmern, die Menschen hatten kaum Grund zur Freude. Peter Tolls und Heinz Schiffers waren zwei Männer, die das 1949 ändern wollten. Die beiden Genhülsener luden Ende September das ganze Dorf in die Gaststätte von Gertrud Schellhammer ein. Ihre Idee: "Wir gründen eine Karnevalsgesellschaft."

Das Vorhaben kam an und so wählten die Genhülsener einen provisorischen Vorstand. Heinz Schiffers wurde Vorsitzender und Präsident. Nur ein Name fehlte noch. Den Vorschlag, sich "Lot Jon" zu nennen, verwarf man und entschied sich für "Schöpp op". Dass es eine gleichnamige Gesellschaft bereits in Eicken gab, erfuhren die Genhülsener erst später und benannten sich danach in "KG Rot-Weiß Genhülsen" um.

Zu den Vorstandsposten, die damals installiert wurden, gehörten auch ein Gesundheitsminister, ein Verkehrsminister und ein Herz-Referent. Bei der ersten Jahreshauptversammlung gaben sich die Karnevalisten den Zweck, zur Dorfverständigung beitragen zu wollen. Auch heute noch, 66 Jahre später, fühlen sich die Genhülsener diesem Auftrag verpflichtet und treten bei Karnevalsveranstaltungen in der ganzen Stadt auf. Die erste Karnevalssitzung feierten die Genhülsener am 11. November 1949. Zwar war sie improvisiert, doch sie glückte. Im Laufe der Jahre brachte die Gesellschaft gute Büttenredner hervor, die für Programm aus den eigenen Reihen sorgten. Und wie es in Dörfern nun einmal so ist, kamen in den Vorträgen allerhand Anekdötchen auf den Tisch, und so mancher fand sich darin wieder.

Große Feierlichkeiten gab es zum 33-jährigen Bestehen. Damals feierte man zusätzlich zu den jährlichen Veranstaltungen eine Jubiläumssitzung mit namhaften Künstlern. 1984 gab es in Genhülsen den ersten eigenen Veedelszoch durch die Honschaft. Er wurde zur ständigen Einrichtung. 1987 nahmen die Genhülsener zum ersten Mal am großen Veilchendienstagszug teil. Die Genhülsener bauten einen eigenen Wagen, passend zum Motto "Manege frei der Jeckerei". Im selben Jahr erfolgte der Eintrag ins Vereinsregister.

1988 verlegte die Gesellschaft ihre Prunksitzung in die Rheydter Stadthalle. Den ersten Möhnenball gab es 1990, den man in einem Festzelt in Günhoven feierte. Im selben Jahr sollte der Veedelszoch durch Genhülsen, Voosen und Günhoven ziehen. Wegen eines Orkans wurde er aber abgesagt. Ein Jahr später verhinderte der Golfkrieg den Umzug.

Weil die Gesellschaft das sprichwörtliche "Narrenschiff" im Wappen trägt, bauten die Mitglieder 1994 ein großes Schiff als Gesellschaftswagen und tauften es "Santa Genhülsia". Mit ihm schippern die Genhülsener noch heute durch den Veilchendienstagszug. Nach vielen internen Unstimmigkeiten geriet die Gesellschaft in Schwierigkeiten und zu Beginn der 2000er Jahre stand die Gesellschaft vor dem Aus.

Im Oktober 2000 berief Marcus Sentis, damals ein junger Karnevalist, eine Versammlung ein, und übernahm das Amt des Vorsitzenden. Unter seiner Regie strukturierte sich die Gesellschaft um. Heute gibt es wieder Saalveranstaltungen, und man nimmt wieder an Umzügen teil. Höhepunkt der Vereinshistorie war das Jahr 2009. Damals wurden Marcus und Ilona Sentis das Prinzenpaar der Stadt.

Am Samstag feiert die Gesellschaft ihr 66-jähriges Bestehen mit einer großen Sitzung. Wie vor 33 Jahren findet sie in Rheindahlen statt. Auf der Bühne stehen bekannte Stars des Kölner Karnevals.

Quelle: RP
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