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Mönchengladbach
900 Jahre Hardt: Ein Stadtteil feiert

Mönchengladbach: 900 Jahre Hardt: Ein Stadtteil feiert
Historisches Handwerk in Hardt: Die Niederländerin Mieke Kokklink erklärt Besucherin Carolin Weenen ihre Filzwaren. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Unter Regie des Heimat- und Bürgervereins feierten die Hardter die erste urkundliche Erwähnung ihres Stadtteils. Marktbeschicker in historischen Kostümen und ein Bühnenprogramm sorgten für Spaß. Von Christian Lingen

Es war ein wahrhaft historisches Wochenende. Die Briten traten aus der EU aus, Wales zog ins Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft ein - und die Hardter feierten das 900-jährige Bestehen ihres Stadtteils. "Ein Jubiläum hat man in Hardt vorher noch nie gefeiert. Unser Fest hat schon eine historische Bedeutung für Hardt", sagt Fred Hendricks, Vorstandsmitglied des Heimat- und Bürgervereins, der die 900-Jahr-Feier ausrichtete. Entlang der Vorster Straße hingen rote und weiße Wimpel über der Straße und an jeder Laterne, jedem Straßenschild und jedem Poller hingen rote und weiße Kreppbänder. Hinzu kamen 40 geschmückte Birkenstämmchen. Die Hardter hatten ihren Stadtteil liebevoll geschmückt. Nur das Wetter spielte nicht mit.

Auf dem Marktplatz und entlang der Glockenstraße standen Marktbeschicker aus den Niederlanden. In mittelalterlichen Kostümen boten sie unter anderem handgeschnitzte Figuren, Klompen, Krüge, Käse und Kleidung aus Filz an. Hinzu kamen Zinnfiguren und Körbe. Auch die Mitglieder des Heimat- und Bürgervereins trugen mittelalterliche Kleidung. Das hat einen hitorischen Hintergrund. Als Hardt in einer Urkunde aus dem Jahr 1116 erstmals erwähnt wurde, herrschte in Europa gerade das Hochmittelalter.

Am Samstag konnten sich die Marktbeschicker nicht gerade über viel Kundschaft freuen. Als das Fest begann, regnete es kräftig. Nur wenige Hardter fanden den Weg auf den Kirmesplatz, wo Imbissbuden, ein überdachter Biergarten und eine große Bühne standen. "Wir haben vor zwei Jahren mit den Planungen angefangen. Dass wir jetzt so ein Wetter haben, ist wirklich schade", sagte Hiltrud van de Mey.

Die Vorsitzende des Heimat- und Bürgervereins eröffnete das Jubiläum. Unter der Beteiligung vieler Hardter Vereine und Privatpersonen leitete sie die Organisation. "Unsere Marktbeschicker sind etwas Besonderes. Das gibt es nicht auf jedem Markt. Die Hardter Vereine gestalten das Programm. Hier hilft einfach jeder mit", erzählte van de Mey. Dazu gehörte zum Beispiel die Freiwillige Feuerwehr, die Spiele für Kinder anbot, die KG Spönnradsbeen, die sich um die Beschallung kümmerte, das Josefshaus, der Mütterverein, zwei Gesangvereine, der Verein "Daheim" und die Blasmusik, die allesamt Auftritte zeigten. Beim ökumenischen Gottesdienst kamen die Königshäuser der St. Nikolaus-Bruderschaft in Uniform, und die Schützen brachten ihre Fahnen und Standarten mit. Der Auftritt der Band "Obergärig" entschädigte am Samstagabend für den verregneten Tag. Gestern hatten die Hardter mehr Glück und zumindest ab und zu ließ sich einmal die Sonne sehen. Das lockte auch mehr Besucher an.

In die Hardter Geschichte wird das Fest auf jeden Fall eingehen. "Wir haben keine Aufzeichnungen darüber gefunden, dass es in Hardt schon einmal eine Jubiläumsfeier gegeben hat. Man weiß ja auch gar nicht genau, wann hier die erste Siedlung entstand. Die erste urkundliche Erwähnung ist auf jeden Fall 900 Jahre alt", sagt Fred Hendricks. Dort wird Hardt als zehntpflichtig gegenüber der Gladbacher Abtei genannt. Die Ur-Hardter dürften daher Bauern gewesen sein.

Quelle: RP
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