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Mönchengladbach
A Night in White Satin - auch im 7. Jahr toll

Mönchengladbach: A Night in White Satin - auch im 7. Jahr toll
Christian Malescov dirigiert das Jugendsinfonieorchester, die Solisten und FUN harren ihrer Einsätze. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Günter vom Dorp mit seiner Band FUN, super Solisten und das hochambitionierte Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Christian Malescov,: Das ist die Mischung, die diese Veranstaltung Jahr für Jahr so besonders macht. Von Christian Oscar Gazsi Laki

A Night in White Satin kommt in das verflixte siebte Jahr. Gelegenheit, die erfolgreiche Veranstaltung mal etwas anders in Augenschein zu nehmen. Ein klassisch-romantisch besetztes Orchester einer Musikschule, eine Band, die Oldies covert, auf der großen Bühne des Wickrather Kunstwerks. Kann das überhaupt gut gehen? Diese Frage stellt sich heute nicht mehr wirklich. Aber jenseits jeglicher Geschmacksfragen, muss man heute fragen, wieso es so gut zu klappen scheint mit der "Night in White Satin".

Von Beziehungskrise jedenfalls ist zwischen der Oldie-Band FUN und dem Jugendsinfonieorchester der Stadt Mönchengladbach kein bisschen zu spüren. Im Gegenteil, die beeindruckend inszenierten gemeinsamen Konzerte kommen nach wie vor an - sorgen für Spaß und ausgelassene Stimmung. Offensichtlich nicht nur beim Publikum, sondern auch bei den vielen, vielen Menschen, die vor und hinter der Bühne für eine hochprofessionell organisierte Show sorgen. Wäre es nicht so, würde man gewiss nicht den enormen Aufwand auf sich nehmen, diese Events derart liebevoll auf die Bühne zu bringen. Man bedenke, ein Jugendsinfonieorchester, eine Band und einen Chor (das Ensemble Stimmlich) zusammenzuführen - das allein ist schon großes Kino.

An Aufgaben dieser Größenordnung scheitern andere. Hier gelingt es. Dank hör- und sehbar guter Techniker, dem Lichtdesign von Lukas G. Kohlen und der Tonregie von Rüdiger Blömer und Harald Jäger. Dank durchaus anspruchsvoller Arrangements von Peter Lischewski und der Choreinstudierung durch Nadine Stapper - selbst glänzende Vokal-Solistin. Nicht zuletzt aber auch dank Günter vom Dorp (unter anderen zusammen mit Thomas Jacobs und Gerrit Meinhardt) und Christian Malescov, die es schaffen, trotz allem Funkeln und aller bombastischen Event-Orgie, der ganzen Sache einen absolut authentischen Grundton zu geben.

Für die jungen Musikerinnen und Musiker des Jugendsinfonieorchesters, von denen jeder das wirklich Beste beisteuerte, sind diese Konzerte eine wunderbare Gelegenheit eine ganz besondere Bühnenerfahrung zu machen. Das ist vielleicht einer der bedeutendsten Aspekte dieser Konzerte. Zeitgleich auch der Faktor, der jegliches Fragezeichen hinter der doch bisweilen etwas eigenwilligen Mischung aus Kunstmusik begleitet von einem inspiriert spielenden Jugendorchester einerseits, und Oldie-Seeligkeit mit Orchester-Garnitur andererseits, verbietet. Wann kann ein Jugendsinfonieorchester sich sonst schon fühlen wie ein Profi-Filmorchester auf Welttournee?

Dazu gehört aber auch viel, viel Mut. Im gut gefüllten Kunstwerk - neben der zweiten Geige bei den Songs - auch zusätzlich ganz im Fokus stehend Kunstmusik, wie beispielsweise Zoltán Kodálys "Tänze aus Galanta" zum Klang zu verhelfen ist fordernd. Für Luisa Heinemann, Sophie Shen, Carolyn Shen, Daniel Lutz und Lucia Heiwolt, um die Instrumental-Solisten beim Namen zu nennen, kein Problem. Und das natürlich technisch verstärkt, wie bei den ganz großen Open-Air-Events der Klassik-Stars - da hört man alles. Auch wenn vielleicht einige der jungen Musiker, manches mit Augenzwinkern überspielten, was da so zwischen Adriano Celentano, Sonny und Cher, The Shadows und Ray Davies aus den Schubladen der Unterhaltungsmusikgeschichte emporgeholt wurde, man spürte: A Night in White Satin verbindet alle.

Quelle: RP
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