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Mönchengladbach
Ab 2019 wird Gladbach umgekrempelt

Mönchengladbach: Ab 2019 wird Gladbach umgekrempelt
Die City Ost (oben) gehört zu Projekten, die mit einer "Sozialen Stadt Gladbach" möglich werden. Wie Stadtreparatur erfolgen kann, zeigt der Schrammen-Bau am Museum. Rechts Planungsdezernent Gregor Bonin. FOTO: MG 3.0/Schrammen/ikr
Mönchengladbach. Rund zwölf Millionen Euro soll Kämmerer Bernd Kuckels für die "Soziale Stadt Gladbach" mittelfristig in die Etatplanung aufnehmen. Viele weitere Millionen sollen von Bund, Land und EU kommen. 2017 wird das Handlungskonzept erarbeitet. Von Dieter Weber

Als der Dortmunder Raumplaner Prof. Kunibert Wachten die Rheydter in ein Ladenlokal an der Hauptstraße bat, um ihnen erste Ergebnisse eines Innenstadtkonzepts zu präsentieren, war das Echo nicht gerade überwältigend. Mai 2007 war dies, und die farbigen Zettel, die auf einer großen Stadtkarte angepappt waren, wirkten wie die Vorbereitung für eine Seminararbeit. Auch für die Medien war dieser Termin kein Top-Ereignis. Heute weiß man: Das war der Startschuss für die Soziale Stadt Rheydt. Mehr als 20 Millionen Euro wurden in Marktplatz, Hugo-Junkers-Park und Pahlkebad investiert, hinzu kamen zahlreiche wichtige und nachhaltige Projekte in einer kleineren Größenordnung.

Ebenso bedeutsam: Das Innenstadtkonzept Rheydt wird seitdem landesweit immer dann als Vorbild angeführt, wenn andere Kommunen vergleichbare Vorhaben initiieren wollen. Dass Mönchengladbach seitdem gute Karten bei den Fördergebern hat, zahlt sich jetzt aus: Verwaltungsspitze und Politik rechnen fest damit, dass ein Projekt ähnlicher Dimension in den nächsten Jahren in Mönchengladbach gestartet werden kann. Und wer die Planer nach einer Einschätzung fragt, hört immer: "Die Signale sind positiv."

Deshalb werden am Mittwoch in der Bezirksvertretung Nord und am 6. September im Bau- und Planungsausschuss die Grundlagen für ein Handlungskonzept auf den Weg gebracht, das große Teile der Gladbacher Innenstadt umkrempeln soll. Der Umfang wird auch größer als in Rheydt: Stadtkämmerer Bernd Kuckels soll in seine mittelfristige Finanzplanung 12,5 Millionen Euro für 2019 einstellen. Diese Summe ist dann aber "nur" der städtische Anteil: In Rheydt lag die Förderung durch Bund, Land und Mitteln der Europäischen Union bei 80 Prozent.

Allerdings ist auch das Einsatzgebiet in Alt-Gladbach räumlich größer: Der Rahmenplan Abteiberg soll unter anderem für die Altstadt, die obere Hindenburgstraße und eine Verbindung zwischen Hindenburgstraße und Museum Abteiberg deutliche Verbesserungen bringen. Das Gelände der Kliniken Maria Hilf wird ebenso eingebunden wie die City Ost und das Umfeld des Gladbacher Hauptbahnhofes. Und wie in Rheydt beschränkt sich das erst noch zu entwickelnde Integrierte Handlungskonzept (IHK) nicht auf die Stadtreparatur: Es wird mehrere Projekte geben, die auf die Sozialstruktur im Untersuchungsgebiet bezogen sind.

Eine erste Darstellung der Verwaltung macht deutlich, dass dies alles andere als eine "Reiche-Leute-Gegend" ist. Planungsdezernent Gregor Bonin berichtet von einer "Kumulation von eher negativ zu bewertenden Faktoren". Das sind: geringes Durchschnittseinkommen und ein verhältnismäßig hohes Arbeitsmarktrisiko. Deutlich mehr Menschen mit Migrationshintergrund als in anderen Teilen der Stadt. Eine hohe Anzahl von Ein-Personen-Haushalten mit einer entsprechend hohen Fluktuation bei den dort Wohnenden. "Die politische Partizipation - gemessen anhand der Wahlbeteiligung - liegt unter den gesamtstädtischen Werten", heißt es in Bonins Analyse.

Das Integrierte Handlungskonzept soll Herbst nächsten Jahres fertig sein. Die Stadt will sich dabei der Hilfe externer Planer bedienen. 150.000 Euro sind für die Grundlagenstudie vorgesehen. Es gibt - wie einst in Rheydt - mehrere Veranstaltungen mit Bürgern, die in den Prozess eingebunden werden. Ende November will die Stadt den Antrag auf Städtebauförderung stellen, mit einem Förderbescheid wird dann Ende 2018 gerechnet. Ab 2019 beginnt die Umsetzung - nach dem Vorbild Soziale Stadt Rheydt.

Quelle: RP
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